DELIRIUM TREMENS - Read my Fist

 

Irgendwie kommt einem der Name der Band, Delirium Tremens, bekannt vor. Immer mal wieder tauchte dieser Name in der Vergangenheit in der hiesigen Musikpresse auf, ohne allerdings zumindest bei mir nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.   

So ist es auch nicht verwunderlich, daß die Jungs aus Bamberg just ihre neueste, dritte, Langrille „Read my Fist“ herausgebracht haben, ohne daß man unbedingt Kenntnis von den Vorgängern hat.

Egal....geboten wird old-schooliger Thrash'n Roll mit dezenten Punk-Einflüssen und das recht gewaltstrotzende Artwork weist bereits die Richtung.

Die Musik von Delirium Tremens ist im Kern bewußt simpel gehalten, Wert wird vor allem auf erhöhte Geschwindigkeit, rollige Street-Attitüde und Rotz-Punk-Gesang gelegt.

Nachzuhören bereits beim Opener „Rough Ride“, welcher stilecht mit einem startenden Auto beginnt.

Großartig Abwechslung ist nicht zu erwarten, High Speed voll in die Fresse ist die Devise. Somit sind Songs wie „Read my  Fist“ eher als Soundtrack zu einer ordentlichen Gang-Schlägerei geeignet, als für einen lauschigen Abend mit der Liebsten.

Die Musiker, die alle auf den Vornamen „Rowdy“ hören ('nough said !) zelebrieren ihren Thrash-Sound trotz aller Einfachheit sehr ordentlich, die Erfahrung der Band (gegründet 1996) macht sich durchaus bemerkbar. Zielsicher werden die Songs auf die Gerade geschickt, ohne aber unbedingt charakteristisch einzigartige Merkmale aufzuweisen.

Sorry, Ladies...aber Delirium Tremens sind Männermucke, und nur wir können uns über Songtitel wie „We'll be Drunk Forever“  oder „Get Fucked“ erfreuen und den inhaltlichen Wert zu schätzen wissen. Obwohl dies in Zeiten weiblicher Emanziapation kein Problem mehr darstellen sollte.

Im Großen und Ganzen werden die Songs gleich schnell dargeboten, „Irön Gäng“ beispielsweise erinnert an Großtaten von Slayer. Die Bremse wird so gut wie nicht reingehauen.

Für Raufereien im Garten bietet sich das mit feinem Bassintro beginnende „Backyard Wrestling“ an , der Nachwuchs wird mit „Kids Kick Ass“ versorgt.

Also, Spaß macht die sehr schnelle, thrash-rollige Mucke allemal. Die Band steht den meisten Veteranen der älteren Thrash-Schule kaum nach und weiß durch Intensitivität und Aggression zu überzeugen. Abwechslung sollte man bei dieser Art von Musik nicht erwarten und somit machen Delirium Tremens in meinen Augen fast alles richtig. Das ein oder andere Alleinstellungsmerkmal fehlt mir jedoch, im Großen und Ganzen kann man aber zufrieden sein, der Band Relevanz bescheinigen und sich die Scheibe gerne immer mal wieder auflegen, auch wenn's einen nicht unbedingt ins Delirium versetzt.

 

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