DIAMOND HEAD - Diamond Head

Was, ihr kennt Diamond Head nicht ? - Schämt euch ! Na ja, obwohl man sagen muß, das Diamond Head ja hauptsächlich durch die Cover Version ihres Songs „Am I  Evil ?“ durch Metallica bekannt wurden. Dieser Song befindet sich auf dem Debut von 1980 und fragt mal den Durchschnitts-Metaller, welche Songs er noch von Diamond Head kennt....tja, viel wird da nicht kommen. Urplötzlich beriefen sich aber viele Bands auf Diamond Head was die Einflüsse angeht. Sachen gibt’s.

Dabei gilt das Debut nicht zu Unrecht mittlerweile als Klassiker der NWOBHM. Nur eben, daß es eben nicht gerade das Bekannteste Album dieser Zeit ist. Sei's drum, Gründer und Gitarrist Brian Tartler ist nach wie vor aktiv und bringt zusammen mit seinen Kameraden ein neues  Album, schlicht „Diamond Head“ betitelt heraus.

Mit dem Dänen Rasmus Born Andersen hat man sich bereits 2014 einen neuen Sänger geangelt, mit dem man auch bereits eine Europa-Tour absolviert hat. Und dieser Sänger hat's wirklich in sich. Für meinen Geschmack macht er mit seiner hohen, aber prägnanten Stimme erst den Reiz des neuen Albums aus.

Musikalisch fahren Diamond Head nach wie vor die NWOBHM-Schiene. Ziel war es, lt. Tartler, Musik wie aus der Anfangszeit zu kreieren, gepaart mit der frischen Energie des neuen Sängers. Vorhaben gelungen, würde ich sagen. So atmet der Opener „Bones“ schon die Luft der Vergangenheit, ein straighter Rocker mit gutem Refrain und interessanten Rhythmusgitarren. Die Klasse von Ras Andersen blitzt sofort auf und sicherlich hätte er auch in der seligen NWOBHM-Zeit zu den besseren seines Faches gehört. Viele Melodien und Ideen ähneln den bekannten Protagonisten der 80er Jahre, wie beispielsweise „Shout at the Devil“ ziemlich nach alten Judas Priest der Stained Class oder Point of Entry-Phase klingt.  

Diamond Head stehen aber auch auf den absoluten Groove wie bei „Set My Soul on Fire“, aber auch episch, symphonische Parts wie zu Beginn von „All The Reasons to Live“, ein Song der etwas mystisch und daher auch spannend ertönt. Mit einer tollen Gesangsleistung garniert. Auch der Rausschmeisser „Silence“ wirkt mystisch anmutig mit Akkustikgitarren, orientalischen Parts und Streichereinlagen. Ein bisschen wie Led Zeppelin oder Jimmy Page. Akkustische Phasen wechseln mit oppulenten Ausbrüchen ab. Großes Kino.  

Dazwischen gibt es die typische 80er Hard'n Heavy Kost, manchmal etwas speediger wie bei „Speed“ im Stile der Schweizer Krokus, manchmal mit dem Flair alter Scorpions oder auch Michael Schenker + Co. Der Sound wurde bewusst organisch und retro gehalten, so daß sich der NWOBHM-Fan sofort zurecht finden dürfte. Leute, die den heutigen Produktions-Overflow lieben sind hier Fehl am Platz. Man merkt der Band die Lust an, alte Zeiten wieder aufleben und den Diamond Head-Spirit auf die Hörerschaft wirken zu lassen.

Sicher gibt es für Bands wie Diamond Head auch heute noch ihre Daseinsberechtigung, auch wenn sich hauptsächlich die Nostalgiker angesprochen fühlen dürfen. Aber Metal ist ja bekanntlich zeitlos, und so kann man auch 2016 bei diesem Album von einem sprechen, daß konsequent der Bandlinie folgt, aber trotzdem auch in der Gegenwart viel Spaß bereitet. 


Bewertung:

Kommentare: