DISSORTED - I  (EP)


Am bayrischen Thrash-Firmament gibt’s Nachschub....Dissorted aus München und Umgebung  beglücken die Gemeinde mit einer ersten EP namens „I“.

Der Fünfer konzentriert sich auf die Klassiker des Genres und verbindet dies mit einer gesunden Portion Melodie und Trad-Metal.

So beginnt „Bloodshed Divine“ beispielsweise mit einem szeneüblichen Riff einfacher Bauart. Relativ in Midtempo gehalten erinnert der Song etwas an gemächlichere Testament. Der Gesang von Mirco kommt recht druckvoll, ist aber nicht allzu aggressiv ausgelegt. Im Refrain bedient man sich der im Thrash fast schon traditionellen Gang-Shouts. Solider Halbgas-Brecher, ohne größere Innovationen.

Ganz anders dagegen „Eaten Alive“. Pfeilschnelles Geballer mit sich fast überschlagenden, brutaleren Vocals. Die Gitarristen Flo und Sebastian schreddern herrlich frisch durch die Gegend und das Tempo wird fast durchgehend hochgehalten. Die Vocal-Duelle zwischen Shouts, Growls und mehrstimmigem Gebrüll wirken unverbraucht und lassen die Ungestümheit durchscheinen, wie sie nur von einer jungen Band stammen kann, die noch ein gehöriges Scheiß-Egal-Gefühl besitzt. Arschcoole Nummer !

„Operation Observation“ fährt das Tempo dann allerdings wieder zurück. Schwere Riffs im Metallica-Stil treffen auf heiseren Metalgesang mit leichten Growl-Versatzstücken. Leichte Iced-Earth Melodien im Refrain und ab und an ordentlich mit Hall unterlegt, wirkt der Song fast schon wie ein Stilbruch. Ist man hier doch mehr im härteren Tradions-Metal als im Thrash unterwegs. Dies belegt das Maiden-angehauchte kurze Gitarrensolo am Ende. Gut gemacht ist der Titel auf jeden Fall und läuft irgendwie auch gut rein.

Fast hätte man es erwartet, bringt das folgende „The New World“ wieder mehr Speed ins Rennen. Doch auch hier experimentiert man viel mit melodiösen Parts im Gitarrenbereich. „The Somnambulist“ zum Schluß bringt dann aus allen Bereichen etwas. Heftiges Riffing zu Beginn, schleppender Gesang, Thrash-Chöre im Refrain. Auch die melodischen Gitarrensoli dürfen nicht fehlen. Somit zeichnet der Abschlußsong am Besten, für was die Musik von Dissorted steht. Tief im traditionellen Metal verwurzelte Musik mit mehreren Thrash Anleihen. Diese erinnern ein ums andere Mal an Testament. Aber als reine Thrash Band kann man die Dissorted ganz sicher nicht bezeichnen.

Die Songs dieser EP funktionieren allesamt recht gut. Musikalisch auf hohem Niveau und gesanglich angenehm aggressiv (wenn man das so sagen darf), weiß man irgendwie im Gesamtbild noch nicht so richtig, wo man hin will. Betrachtet man aber jeden Song einzeln, ist das schon recht anspruchsvolle Metal-Kunst. Ein gutes erstes Ausrufezeichen und da die Band aus Bayern kommt, hat sie eh bei mir einen Stein im Brett.... 


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