DREAD SOVEREIGN - For Doom The Bell Tolls



Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10


Tracklist:

  • For Doom The Bell Tolls
  • Twelve Bells Toll In Salem
  • This World Is Doomed
  • Draped In Sepulchral Fog
  • The Spines Of Saturn
  • Live Like An Angel, Die Like A Devil (Cover)


VÖ:  03.03.2017

Label:  Van Records

Na ja, irgendwie finde ich den Albumnamen nicht sonderlich einfallsreich, auch wenn er ganz witzig klingt. „For Doom The Bells Toll“ der Band Dread Sovereign um Primordial Mainman Alan Averill erinnert an den Klassiker von Metallica, verdeutlicht aber, für welchen Sound die Band steht.  Nämlich Doom…

Bisher haben`s die Jungs auf eine EP und ein Full Length Album gebracht, womit wir es hier also mit dem Zweitling auf Albumlänge zu tun hätten. Aber…Albumlänge ? Hm…bei nicht mal 30 Minuten Spielzeit wäre ich eher geneigt auf eine weitere EP zu tippen. Aber „For Doom The Bells Toll“ wird als vollwertiges Album verkauft, somit in diesem Bezug  grenzwertig.

Musikalisch legt man mit einem für Friedhöfe geeigneten Intro los.  Glockenschläge, stilecht zum Albumnamen passend,  läuten den düsteren Reigen ein und erfreuen  einen auf das, was da kommen mag.  Und es folgt mit „Twelve Bells Toll In Salem“ dann schon das eigentliche Highlight des kompletten Albums. Highlight deswegen, da diese Nummer 13 Minuten des Albums einnimmt. Also fast die Hälfte der gesamten Spielzeit. Alan Averill kann seine Herkunft nicht verleugnen. Man erkennt seine markante Stimme sofort, auch wenn er sich noch so bemüht, langsamer zu intonieren.  Der Song fließt zäh und erhaben aus den Boxen, ungeschliffen und roh, wie es sich für Doom gehört.  Schon alleine die Stimme Averill’s sorgt dafür, daß der Song nie langweilig wird, aber auch die Instrumentalfraktion beherrscht ihren Job und schafft wunderbar Atmosphäre.  

Das folgende „This World Is Doomed“ (auch echt witziger Songtitel, Leute !) fährt dann rockigere Geschütze auf und erinnert einstweilen an alte Black Sabbath.  Guter Song, der aber ebenfalls vom Gesang von Alan Averill lebt.  

Tja…und wie geht’s weiter ? Zuerst mit einem 2-minütigen Zwischenspiel („Draped In Sepulchral Fog“), welches auch durchaus neblig auftaucht und auf mystische Weise zur nächsten Nummer überleitet.  „The Spines of Saturn“ fällt dann total aus dem Rahmen. Spacige Klänge vermischen sich mit waberndem Sound und der Gesang klingt total verzerrt, wie eben aus dem Weltraum kommend. Cooler Song, der aber irgendwie nicht so recht ins Gebilde passen will.  

Und das war’s dann auch schon mit neuen Songs, denn zum Abschluß covern Dread Sovereign noch den Venom Klassiker „Live Like An Angel, Die Like A Devil“. Gut gespielt, mit harter Venom-Kante und Cronos-artigen Vocals von Averill.  

Die Nebenspielwiese des Primordial Frontmanns hat durchaus seine Reize und qualitativ stehen die (paar) Songs den vielen Doom Bands in nichts nach, sind sogar durch den Gesang besonders hervorstechend. Aber…ein bisschen mehr als einen Longtrack und diverses Füllmaterial hätte es dann doch sein dürfen. Da aber auch das Füllmaterial irgendwie gut rüberkommt und man im Grunde bis auf die Sparsamkeit in Sachen Quantität nichts zu meckern hat, darf man schon eine gute Bewertung des Albums folgen lassen.  Lassen sich Dread Sovereign allerdings nochmals derart lumpen, müssen wir ein ernsthaftes Wort Tacheles reden.

Kommentare: