DUST IN MIND - Oblivion


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10


Tracklist:

  • Get Out
  • Spreading Disease
  • Lullaby
  • I'm Different
  • Mrs. Epilepsy
  • Oblivion
  • Born To Fight
  • Too Far
  • Anesthesia
  • Coward


VÖ:  07.04.2017

Label:  Dark Tunes Music Group

Aus Frankreich erreicht uns so ne Mischung aus Dark Rock, Industrial Metal und Deathcore. Man könnte auch noch hinzufügen, mal wieder so eine Art Wechselspiel zwischen Gut und Böse, denn auch Dust In Mind (so heißt diese Band) wechseln zwischen dem „guten“ Female-Gesang von Jennifer Gervais und dem bösen Krächz-Growl-Gesang von Dam (gleichzeitig Gitarrist) hin und her. Nun könnte man anmerken, daß dies doch schon relativ ausgelutscht ist....ja, aber Dust In Mind schweifen doch mehr ab in ihrem Sound als die Kollegen und Kolleginnen der Engel-/Teufel Sounds. 

„Oblivion“ ist das zweite Album der Franzosen und lässt schon in puncto Artwork und CD-Inlet Rückschlüssse zu, daß es bei der Band etwas schräger zugeht, als normal. Und so ist es dann auch. Man vermischt Dark Rock/Metal mit Industrial Einflüssen, manchen Dancefloor-Einlagen und corelastigen, tiefergestimmten Riffs. Gleich der Opener „Get Out“ präsentiert den Gesang im Duett, wobei viel Synthies die tiefen Gitarrenläufe mit zukleistern. Man hat meist den Eindruck, die Gitarren wären unsauber gespielt, wie bei „Spreading Disease“, aber dies gehört zur Ausrichtung von Dust In Mind dazu. Clean ist hier nichts, auch nicht der Gesang von Jennifer, der zwar, wie bei diesem Song, wunderschön sein kann, aber sich nicht als Träller-Else aufdrängt. Ich würde die Musik an sich als atmosphärischen Dark Core bezeichnen (jetzt kann man sich fragen, was das denn sein soll, daher selbst anhören).  

Ihre Industrial Einflüsse sind zum Beispiel bei „I'm Different“ auszumachen, wobei frickelige Gitarren und der Kreischgesang von Dam das Hauptaugenmerk auf sich lenken. Bei manchen Parts schimmern zudem Weisheiten in Form von etwaigen Melo-Death-Bands a'la Dark Tranquillity oder Soilwork durch. Alles in allem sehr interessant, aber sehr oft zu Lasten der Eingängigkeit.

Dust In Mind können aber auch anders, wie beispielsweise „Mrs. Epilepsy“ zeigt. Eine sehr ruhige Nummer mit Piano + Keys, die natürlich besonders Jennifer's Stimme zur Geltung bringt. Als hätte man das bewusst so gewollt, setzt man in Anschluß die chaotischste Nummer des gesamten Albums drauf. Gleichzeitig der Titelsong. Ein überraschender Disco-Beginn, der dann rasch Fahrt aufnimmt und ein Song der mit chaotischen Klängen und Rhythmen und seiner Danceflor-Affinität die Zuhörerschaft spalten wird. Komisches Teil !

Aber die Band fängt sich wieder und liefert mit der düster riffigen Dark-Wave-Death Nummer „Born to Fight“, der langsameren und dunklen Halb-Ballade „Too Far“, sowie der wunderschön atmosphärischen Progressive Rock Anleihe „Anesthesia“ interessante Material ab, bevor erneut schräge Töne im Industrial-Fahrwasser („Coward“) das Album ausklingen lassen.  

Dust In Mind ist keine einfach zu konsomierende Band, dadurch aber durchaus interessant. Man vermischt einige Musikstile zu einer eigenen, teils abgefahrenen Klangwelt und punktet dadurch, sich nie zu weit aus dem Fenster zu lehnen, so daß die Musik unhörbar wird. Klar dürfte die Zielgruppe für diese Art von Rock-/Metal begrenzt sein, aber wen es nicht stört, wenn die großen Harmonien fehlen und wer Gefallen an schrägeren Tönen und instrial-lastigen Part findet, darf sich gerne mal die Franzosen zu Gemüte führen. Dust In Mind haben irgendwas Besonders....auf ihre Art und Weise.  

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