ENBOUND - The Blackened Heart


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6 / 10


Tracklist:

  • Falling
  • Give Me Light
  • Crossroad
  • Get Ready For
  • Feel My Flame
  • Twelve
  • Holy Grail
  • HIO
  • The Don't Really Know
  • Make You So Unreal


VÖ:  18.11.2016

Label:  Inner Wound Recordings

Beim Vorgänger „As She Says Gold“ der Schweden Enbound prognostizierten wir noch die Möglichkeit des nächsten großen Dings, wenn denn das Gesamtpaket erhalten bleibt und sich der Sound weiterhin so gestaltet wie bei diesem Debut.  Das ist allerdings schon 6 Jahre her und seit 2011 hat man nichts mehr von der Band gehört.

Jetzt sind die Jungs urplötzlich mit einem neuen Album, „The Blackened Heart“, am Start. Boten Enbound bei dem Vorgänger visuell noch den Gag, daß alles golden, inklusive der  Hautfarbe der Musiker, glänzte, so hat man dies heute auf silbergrau mit goldenen Sprenkeln verändert. Leider haben die Musiker über die Jahre aber etwas an Glanz verloren.

Klar, auch „As She Says Gold“ war schon ein ziemlich melodisches Powermetal-Album, aber die Songs liefen irgendwie besser rein als bei „The Blackened Heart“. Die Band um Zonata-Drummer Mike Cameron Force bietet nach wie vor hochmelodischen Stoff, den man aufgrund des nicht zu leugnenden Wimp-Faktors mögen muss. Knallharte Metal-Kutten werden schmerzverzerrt das Weite suchen.  Sänger Lee Hunter ist sicherlich kein schlechter, intoniert meist in hohen Gefilden und besitzt in rauheren Momenten eine leichte Ähnlichkeit zu Johnny Gioeli von Axel Rudi Pell.  

Die Einstiegs-Nummern, „Falling“ und „Give Me Light“, gehen gleich gut ins Ohr und bieten eigentlich alles, was der Melodic Fan braucht. Eingängige Hooklines, Refrains und immer eine nötige Portion Keys, obwohl ich eigentlich gar nicht weiß, wer die spielt. Einen Keyboarder haben Enbound nämlich nicht an Bord. Vielleicht kriegt man das alles ja heutzutage auch einfach mit dem Rechner hin, na ja.

Findet man in das Album durch die zwei Songs gut rein, so stumpft der Sound allerdings in Fortfolge ab. Zu gleichförmig werden die teils süßlichen Melodien unter die Leute gebracht und spannende Ideen sind nicht zu verzeichnen. Klar, im Einzelnen sind Songs wie „Feel My Flame“ oder „Twelve“ gut hörbar, aber keine Reißer. Und auf Albumlänge fehlt es dann an der nötigen Durchschlagskraft.  

Das liegt nicht an der guten Produktion. Mit Jacob Hansen (Amaranthe, Volbeat, Primal Fear) hat hier ein Spitzenkönner gemastert. Und auch Gastbeiträge von Linnea Wikström (Kamelot) und Mike LePond (Symphony X) sind eigentlich Referenzen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann. Aber, im Gegensatz zum formidablen Vorgängeralbum ist das hier ein Rückschritt.  

Oder sehen wir es als Neuanfang. Dafür ist das Album qualitativ gut genug und auch die silbergraue Aufmachung der Band zeigt den Kennern:  Wir sind wieder da und lassen uns was einfallen !! Bitte beim nächsten Mal auch etwas mehr bei der Musik, bitte.  Da ich Enbound nach der langen Zeit nicht mehr auf dem Schirm hatte, ist’s ok. Ansonsten wäre ich aufgrund der hohen Erwartungen, die „As She Says Gold“ steckte, enttäuscht gewesen. Für Melodic-Fans trotzdem mal als Anspieltip empfohlen.  

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