ENSIFERUM - Two Paths


Autor:  MC Lucius

Bewertung:  8 / 10


Tracklist:

  • Ajattomasta Unesta
  • For Those About To Fight For Metal
  • Way Of The Warrior
  • Two Paths
  • King Of Storms
  • Feast WIth Valkyries
  • Don't You Say
  • I Will Never Kneel
  • God Is Dead
  • Hail To The Victor
  • Unettomaan Aikaan
  • God Is Dead (alternative Version)
  • Don't You Say (alternative Version)


VÖ: 15.09.2017

Label: Metal Blade Records

Meine Lieblings Finnen sind zurück! Ensiferum legen zweieinhalb Jahre nach "One Man Army" (http://rockcastle-franken.de/Reviews/Ensiferum-One-Man-Army/) mit "Two Paths" ihre siebte Langrille vor und gehen dabei sogar einen Schritt zurück. Zumindest, was die Aufnahmetechnik angeht. So hat man sich für die Entstehung zusammen mit Produzent Anssi Kippo tief in die finnischen Wälder zurück gezogen und das Material mittels Tape aufgenommen. Das hat zur Folge, dass eventuelle Fehler nicht ausgebessert werden konnten, wie dies bei moderner Computertechnik möglich ist. Band und Producer standen also jeweils vor der Entscheidung, die Aufnahme zu verwenden oder nochmals komplett neu anzugehen. Diese Tatsache unterstreicht den Live Charakter der Platte, was hervorragend zu Ensiferum passt, da sie sich selbst am ehesten als Live Band sehen.

Nach dem obligatorischen Intro fetzen "die Schwerttragenden", was der Bandname auf lateinisch bedeutet, mit dem bereits zuvor als Videoclip veröffentlichten "For Those About To Fight For Metal" mit voller Breitseite los. Nicht nur der Songtitel soll dabei an AC/DC erinnern, sondern auch das Riff, welches allerdings an "Thunderstruck" und nicht an "For Those About To Rock (We Salute You)" gemahnt.

Ensiferum verknüpfen wie gehabt Melodic Death mit Folk und Viking, zu den Branchenüblichen Growls gesellt sich jedoch auch immer wieder Clean Gesang und hin und wieder hört man auch eine weibliche Stimme, die der mittlerweile fest in die Gruppe aufgenommenen Akkordeonistin Netta Skog gehört und einen erfreulichen Farbtupfer darstellt. Hin und wieder nehmen sie etwas Tempo raus und verpassen der Musik ein schon fast Film Musik ähnliches Arrangement. Dass sich immer wieder Flöten und andere Folk Instrumente ausmachen lassen, versteht sich von selbst.

"Don't You Say" kommt mit seinem gefälligen Gewand sogar schon beinahe wie ein gut abgehangener Schlager Schinken daher, doch mit Kommerz hat dieser Track ebenso wenig am Hut wie "I Will Never Kneel", bei dem man wiederum mit gebremsten Schaum agiert. Hatte ich schon die fetten Chöre erwähnt? Nein? Aber keine Angst, auch diese gibt es auf "Two Paths" natürlich in gewohntem Maße. An "God Is Dead" schließt sich nach wenigen Augenblicken noch eine gut 20 sekündige Kirchenorgel Sequenz an, die auch völlig abrupt abbricht. Typisch Ensiferum eben.

Das episch anmutende "Hail To The Victor" legt dann nochmal ein paar Scheite nach, bevor "Unettomaan aikaan" einen von Netta gesungenen, gut zwei  Minuten langen akustischen Abschluß bildet. Doch halt. An das Ende der Scheibe hat man ja noch zwei alternative Versionen von vorher gehörtem gepackt. "God Is Dead" und "Don't You Say" kommen jeweils nochmal zum Zuge, wobei sich diese Fassungen nicht wesentlich von ihren Abbildern unterscheiden. Hätte man sich hier für Unplugged oder instrumentale Versionen entschieden, wären die beiden Bonus Tracks für den Hörer interessanter gewesen.

Fazit: Ensiferum erfinden sich auf "Two Paths" nicht neu, sie klingen so wie erwartet. Fans können also ohne Bedenken zugreifen und wer sich erstmalig mit den Finnen befasst, der weiß nach dem Genuss dieses Albums, worauf er sich einlässt, wenn er sich anschließend auch für die anderen Werke der Band interessiert. Gewohnt gute Arbeit. Dazu zählt natürlich auch das großartige Cover des Ungarn Gyula Havancsák.

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