ENTERA - The Pit Is Ours (EP)

Es gibt Bands, die mit so viel ehrlichem Herzblut an die Sache ran gehen, daß es einfach nur bewundernswert ist, deren Arbeit zu sehen, auch wenn solche Bands nie in der ersten Liga spielen und somit der Erfolg größtenteils ausbleibt. Aber, was ist Erfolg ? Für viele gilt nur der materielle Erfolg, aber im Falle von Entera aus Nürnberg darf man sich durchaus auch über den Erfolg, jetzt bereits 25-jähriges Bestehen feiern zu können, freuen.

Seit 1990 also ist man sozusagen im „Geschäft“ und blickt auf vier Vollzeitalben und diverse EP's zurück. Und um das Jubiläum anständig zu begehen, bringt das Trio eine neue EP heraus. Die Band nimmt sich das Recht, diese EP „The Pit Is Ours“ zu nennen....und das darf man auch, nach so langem Bestehen. Diese vier Songs starke EP gibt es nur auf Vinyl und ist (handnummeriert) auf 500 Stück limitiert. Verständlicherweise verschickt die Band nicht das Original-Vinyl als Promos, sondern als CD – Kopie mit schwarz/weiß kopierten Artworks und Inlets. Es soll ja auch in erster Linie den treuen Fans dienen und nicht der mehr oder minder wichtigen Presse. Die Aufmachung scheint aber sehr liebevoll und detailliert geworden zu sein, so weit man dies erkennen kann.  

Nun aber zur Musik. Entera spielen Thrash....und zwar lupenreinen, unverfälschten und ehrlichen Thrash, der seine Wurzeln tief in den 80ern findet. Hierbei gehen Bandgründer, Sänger und Bassist Carsten, Gitarrist Alex und Drummer Dom dermaßen aggressiv zur Sache, daß es einer wahren Faust auf den Schädel gleichkommt.  

Ab in den Pit geht’s zum Einstieg mit dem Titelsong „The Pit Is Ours“. Schnell wie Slayer, räudig wie manche Hardcore-Band wird dieser Song live wohl die ultimative Aufforderung zum Pit werden. Carsten brüllt seine Aggressionen geradlinig heraus und der Rest unterstützt mit Background-Gebell. Die Band legt Wert darauf, die Drums echt und ohne Trigger aufgenommen zu haben, sowie daß Bass und Gitarre nur über die Mikros laufen gelassen wurden.  

Das hört man den Songs auch an. Pur, unverfälscht mit dem Geruch von Schweiß und Blut aus tiefsten Underground-Höhlen. Die Gitarrenläufe von „I Hate“ klingen etwas verspielter und die Geschwindigkeit wird etwas gedrosselt. Schnell ist's trotzdem immer noch, man macht sich aber einen Spaß, der Meute andauernd abgehackte Riffs hinzufeuern. Irgendwie zaubert einem das ein Lächeln auf's Gesicht.  

Und in dieser Art und Weise geht’s auch mit den beiden restlichen Songs weiter.  „Cheating“ besticht mit einem slayer-esken Refrain und kurzen und knackigen Gitarrensoli.  

„On Wednesday is the Flesh Day“ schmeißt einen dann mit erneuter Hochgeschwindigkeit und mit coolen Basslinien raus.  

Die Songs kommen mit einer Länge von allesamt um die 3 Minuten logischerweise immer direkt auf den Punkt, ohne Kompromisse, unnötige Schnörkel oder sonstigen Ballast.  

Der hohe Old-School-Thrash-Faktor erzeugt immense Flashbacks, als Slayer begannen auf die Welt loszugehen oder Dark Angel für kurze Zeit den Underground aufwirbelten.

Man kann sich wahrhaft vorstellen, was bei einem Konzert von Entera los ist, wenn solche Songs losgelassen werden . Somit ist ein Besuch eigentlich Pflicht, jetzt vor allem da der Band ja auch der Pit gehört.  

Entera bereichern seit 25 Jahren die Szene, es wird mal Zeit, daß dies die metallische Gemeinde bemerkt. Holt euch diese Jubiläums-EP, wenn ihr auf rohen, unverhohlenen Thrash steht und auch heute noch (oder wieder) dem Vinyl nicht abgeneigt seid. Über die Website der Band sollte man problemlos an dieses Kleinod rankommen. Es sei denn, das Teil ist ausverkauft (siehe Limitation !!). 


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