ENTRAILS - Obliteration

Warum muß es immer gleich die totale Vernichtung sein, Zerstörung und Wut ? Antwort:  Weil es einfach herrlich zu Death Metal Bands passt. So auch bei den Schweden Entrails, die bereits seit 1991 ihr Unwesen treiben und seit jeher versuchten, dem typisch schwedischen Death Metal seinen Stempel aufzudrücken. Leider konnte sich die Truppe um Mainman und Gitarrist Jimmy Lundqvist nie richtig durchsetzen und in die Riege der großen Entombed, Grave, Benediction und Dismember aufsteigen.

Entombed sind sowieso schon immer ein großes Thema bei Entrails, auch wenn die Band mittlerweile vermeidet, allzu sehr Vergleiche mit der Schwedentod-Legende aufkommen zu lassen. Ein Blick auf das Bandlogo spricht allerdings Bände.

Fakt ist, daß man zu Beginn nicht über Demo-Status hinaus kam und erst 2010 sein Debut Album „Tales From The Morgue“, welches zudem Songs der ersten beiden Demos beinhaltete, herausbrachte. Von da an ging es aber kontinuierlich bergauf und mit den folgenden „The Tomb Awaits“ und „Raging Death“ setzte man durchaus eigene Duftmarken in der schwedischen Old-School-Death-Metal-Welt.  

Mit „Obliteration“ holt die Band zu einem neuen Schlag aus, der Albumtitel zieht den Kreis zur eingangs erwähnten Vernichtung/Zerstörung und wenn man sich das Knalleralbum anhört, ist der Titel durchaus Programm.

Die 12 Tracks sind durch die Bank auf gleichem, tödlichen Niveau. Voller Wucht und mit mehr Heaviness als Schnelligkeit, wie bei schwedischen Death Metal Bands der alten Schule üblich, gesegnet. Front-Brüller Joakim Svensson, der auch noch den Bass bedient, growlt und hobelt seine Stimmbänder bis zum Äußersten schön tieflagig. Songs wie der Opener „No Cross Left Unturned“ (der Titel zeugt nicht gerade von regelmäßigen Kirchengängern) , „Midnight Coffin“ oder auch der Quasi-Titeltrack „Obliterate“ sind kleine Death Metal Hits, die sich durchaus auch auf längere Zeit im Gedächtnis festsetzen könnten und den Großen im Genre in keinster Weise nachstehen. Ein Markenzeichen von Entrails ist, daß trotz aller brutaler Spielweise fast in jedem Song ein zwar meist kurzes, aber feines cleanes Gitarrenthema auftaucht, was den Todesblei-Hämmern eine gewisse Finesse verleiht. Die Handschrift von Lundqvist ist also erkennbar und das bringt Entrails weiter nach vorne.  

Mit „Berzerk“ hat man auch noch einen Song auf's Album gepackt, welchen man bereits vor einem Jahr praktisch als Vorab-Single veröffentlichte. Dieser hebt sich allerdings nicht wirklich von den anderen Nummern ab.

Fans der oben genannten Bands und vor allem, ja ich sage es trotdem, Entombed können bei Entrails bedenkenlos zugreifen. Die Band macht nichts falsch, besitzt die geeigneten Musiker, um das Geforderte umzusetzen und verfeinert die Stücke mit leichten, eigenen Nuancen. Dän Swäno hat zudem die Scheibe gemastert und gemixt.....was will man eigentlich mehr. 


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