EQUINOX - The Cry of Gaia

Wenn eine Band das Label Symphonic Prog Metal verwendet, sich selbst Equinox und das dazugehörige Album „The Cry of Gaia“ nennt, vermutet man ein ausuferndes Konzept oder gar eine Metal-Oper hinter dem Ganzen.

Das sind wohl auch die Beweggründe von Mainman Inophis, das Album in eine solche Richtung zu tragen. Bei Gitarrist Inophis heißt es etwas selbstherrlich auf der Hompage, daß Yngwie Malmsteen gestern war und dieser im Vergleich zu ihm keine Chance hätte. Nun ja, hier regiert wohl der Wunschgedanke über das Wort.  

Tatsächlich ufern die 12 Songs größtenteils in überfrachtetes Gedudel aus, das Album selbst bildet den Nährboden für die Selbstbeweihräucherung des Gitarristen. Als Sänger fungiert bei Equinox Emmanuel Creis, den ich als Sänger/Gitarrist von Shadyon kenne, dort aber eine wesentlich bessere Figur abgibt als hier. Denn egal ob schnellere Songs mit ProgMetal-Hintergrund wie „The Cry of Gaia“, „In the Eye of Prophecy“, „Wings of Fire“ oder ruhigere Balladen wie „I Had a Dream“...der Gesang suggeriert einem eine Frau hinter dem Mikro oder wenn man an einen Mann denkt, dann eher an Mickey Maus.  

Irgendwie ähneln sich alle Songs, so daß kein einziger Titel nachhaltig im Ohr bleibt. Und was Inophis betrifft....ja, er kann sicherlich virtuos spielen, aber die Genialität und Seele im Spiel eines Malmsteen erreicht dieser bei weitem nicht.  

Wie bei symphonischen Metalbands nicht anders zu erwarten, nehmen Streicherpassagen, sowohl im Solo-als auch Hintergrundbereich große Teile des Albums ein und zusammen mit dem Gitarren-Gegniedel wird alles mehrere Spuren überfrachtet.

Man soll mich nicht falsch verstehen....musikalisch haben es Equinox sicherlich drauf, das Songwriting ist der Knackpunkt. Unter Spannung und Abwechslung eines Konzepts verstehe ich etwas anderes. Schlechter als viele Symphonic Metal Bands sind Equinox nicht, aber eben auch nicht besser. Und Inophis sollte Malmsteen mal fragen, wie man virtuoses Gitarrenspiel aufregend gestalten kann.  

Ach ja....mitten im Album hat man Queen's „The Show Must Go On“ gecovert. Zum einen habe ich keine Ahnung, was dies mit dem Album an sich zu tun haben soll, als Bonus hätte ich es ja verstanden. Zwar ist es mal interessant, diesen Klassiker in schnellem Symphonic Metal Gewand zu hören. Brauchen tut's trotzdem kein Mensch.

So lassen wir das Album mal als Bewerbung für höhere Aufgaben stehen. Soll es mit Equinox aber mal was werden, sollten sie in puncto Songwriting dringend nachlegen.

Meine Schreiberkollegen Rainer und David hätten bei diesem Album sicherlich höhere Noten gezückt....ich nicht. 


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