ERIC GALES - Middle Of The Road



Autor:  Kerbinator

ohne Punkte-Bewertung

Tracklist:

  • Good Time
  • Change In Me
  • Carry Yourself
  • Boogie Man
  • Been So Long
  • Help Yourself
  • I've Been Deceived
  • Repetition
  • Help Me Let Go
  • I Don't Know
  • Swamp


VÖ:  24.02.2017

Label: Mascot Label Group

So richtig passt das folgende Album nicht in unseren Raster.  Den Begriff „Rock“ kratzt Eric Gales mit „Middle Of The Road“ nur am Rande. Vielmehr liegt der Schwerpunkt mehr auf Blues(ohne Rock), Soul, Funk und ein bisschen Motown.

Dabei ist Eric Gales als begandeter Gitarrist bekannt und gilt in vielen Kreisen als der neue „Jimi Hendrix“. Bereits 1991 debutierte der als Wunderkind bezeichnete Gales albumtechnisch. Es folgten bisher viele Veröffentlichungen, sowohl solo als auch mit seinen Brüdern als Gales Bros. oder auch dem Gales Trio. Auch auf „Middle Of The Road“ beherrscht Eric das Instrument natürlich aus dem Eff-Eff. Aber große Virtuosität gibt’s auf keinem der 11 Songs zu hören.  

Vielmehr sind die Songs allesamt sehr relaxt und ausgeglichen. Gleich der Eröffnungstrack „Good Time“ klingt so wie der Titel verspricht. Habt eine gute Zeit, alles ist ok. Backgroundgesang weiblicherseits ertönt, wie auch oft bei weiteren Songs. Hier holte sich Eric auch die Unterstützung von LaDonna Gales, wie ich vermute ebenfalls aus der Verwandtschaft. Es wird zwischendurch geklatscht und gesoult, rhythmisch einwandfrei, aber halt nicht gerade in der Rock'n Roll Landschaft zu Hause.

Und weil's so schön war bleibt der Backgroundgesang gleich beim nächsten Song („Change In Me“), eine eher bluesigen Nummer, erhalten. „Carry Yourself“ bringt entspannte Boogie-Töne mit etwaigen Na-Na-Na-Na-Na-Sing-A-Long-Anwandlungen. Auch der „Boogie Man“ hat den Boogie drin und fährt Gary Clark Jr als Gast mit auf.  

So plätschert das Album mehr oder weniger laid back dahin. Dies gipfelt in der zugegebenermaßen tollen Ballade „Help Me Let Go“, die mit Akkustik-Gitarren glänzt. Dazwischen erfährt man immer mal wieder verschiedene Stilelemente wie Reggae-Feeling bei „Been So Long“. Mal rockiges wie bei „Help Yourself“ inklusive tiefer gestimmter Gitarre. Oder crazy schrägen Gesang wie bei „I Don't Know“. Alle eingerahmt in immer wieder aufblitzendem Gitarren-Zauber, der aber eher begleitet denn soliert. Wie gesagt, von Rock Musik sind wir ziemlich entfernt, aber der geneigte Anhänger von Rhythm'n Blues, Soul und Funk macht mit „Middle Of The Road“ nichts verkehrt. Zum Spätabend-Whiskey ist die Platte zum Beispiel ideal.  

Ob man Eric Gales auf „Middle Of The Road“ unbedingt mit Hendrix vergleichen sollte, sei mal dahingestellt. Sicher ist, daß der Gute weit mehr drauf hat, als er auf diesem Album zeigt. Aber genau so sollte das neue Album für ihn selbst halt klingen und daher liegt der Fokus eben mehr auf Songdienliches und nicht auf Beweis des eigenen Könnens. Die Produtkion von Fabrizio Grossi (Alice Cooper, Slash, Walter Trout u.v.m) ist sehr gut und es gibt somit keinen Grund, Negatives aus „Middle Of The Road“ zu ziehen. Für Fans !!


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