EUROPE - War of Kings









Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10

Tracklist:

  • War of Kings
  • Hole in My Pocket
  • Second Day
  • Praise You
  • Nothin' to Ya
  • California 405
  • Days of Rock'n Roll
  • Children of the Mind
  • Rainbow Bridge
  • Angels (with Broken Hearts)
  • Light It Up
  • Vasastan


 VÖ:  06.03.2015

Label:  Edel Music

Klar, die Schweden Europe werden auf immer und ewig wegen ihres Smash-Hits „The Final Countdown“ im Rock-Gedächtnis bleiben. Ich gebe auch zu, daß ich das Comeback der Truppe nicht so richtig verfolgt habe und von den letzten Alben auch nur einzelne Stücke kenne. Jetzt gibt’s Neues zu vermelden in Form von „War of Kings“, dem zehnten Studioalbum von Europe.  

Und gleich zu Beginn mit dem eröffnenden Titelsong werde ich positiv überrascht. Hammond Sounds in klassischer Deep Purple Manier, einzelne funktionierende Soundsamples, die etwas Mystik verbreiten sollen und ein Joey Tempest, der immer noch deutlich erkennbar ist und mit etwas rauherer Stimme einen tollen Job hinlegt. Ausgestattet mit einem Mega-Refrain kann man den Song durchaus als Hard-Rock Wundertüte bezeichnen. Klasse Titel.

Mit dem Hairspray-Metal von früher und den Tralala-Chören haben Europe der Neuzeit nichts mehr am Hut. Wie auch „Hole in My Pocket“ beweist, operiert man mehr im Endsiebziger-/Frühachtziger Hardrock-Bereich und wirkt alles andere als glattgebügelt, so wie man es von früher her kennt.  

Keyboards werden mehr zur Background-Untermalung verwendet, die Hammond-Orgel regiert und die Songs besitzen viel mehr Seele wie früher. Und mit dem nach wie vor präsenten Hang zu tollen Refrains entstehen richtig tolle Rock-Songs, die Laune machen und denen man durchaus ihre Authenzität abnimmt.

Bei „Praise You“ kann man gar eine alte Sabbath-/Purple Gitarrenmelodie erkennen. Nimmt man mit Augenzwinkern zur Kenntnis und genießt. Vor allem wenn man die träumerische Gitarrenpassage John Norum's vernimmt, die auch einem Gary Moore zur Ehre gereicht hätte.  

Die ein oder andere balladeske Note findet man immer im Sound von Europe. Größtenteils wird aber amtlich gerockt („Nothin' To Ya“, als gutes Beispiel) und wenn's mal ruhiger zugeht, umschifft man den Cheese-Faktor durch die Hammond-Orgel gekonnt, auch wenn der Refrain wie bei „California 405“ dann doch mal etwas geglättet ertönt.  

Alles in allem sehr erdige Musik, mal mit orientalischem Touch („Rainbow Bridge“), mal lässt man den Zeppelin kreisen („Light Me Up“). Und zum Abschluß dann noch das ganz eigene, instrumentale „Parisienne Walkways“, hier mit Namen „Vasastan“.  

Sehr interessante Geschichte, dieser Krieg der Könige. Europe anno 2015....eine runde Hard Rock-Sache. Da auch das Album Artwork äußerst gelungen ist, Daumen beide hoch !

Kommentare: