FIND ME - Dark Angel

Also ich habe ja schon viele doofe Bandnamen erlebt. Und auch der Name dieser Band zeugt nicht gerade von Einfallsreichtum. Ganz so schlimm ist's zwar nicht, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, welche Beweggründe Musiker dazu verleitet, ihre Band Find Me zu nennen.

Nun gut, es handelt sich bei Find Me, wie so oft bei Frontiers Records Bands, eigentlich um ein Projekt der Herren Daniel Flores (Issa, The Murder Of My Sweet, Seventh Wonder) und Sänger Robbie LaBlanc (Blanc Faces). Ergänzt wird die Kollaboration durch Philip Lindstrand, welcher die Rhythmus-/Lead-Gitarre und den Bass übernimmt, sowie Sören Kronqvist an den Keyboards. „Dark Angel“ nennt sich das dazugehörige Produkt und ist, man höre und staune, bereits das zweite nach dem Debut „Wings of Love“

Keyboards sind dann auch ein wichtiges Element im Sound von Find Me, so daß Daniel Flores neben den Drums auch noch Keyboardspuren mit verewigt. Denn die Songs, angefangen beim Opener „Nowhere To Hide“ strotzen nur so von keyboardgeschwängerten Melodien. Das muß aber ja nicht schlecht sein. Ist es auch nicht, vielmehr senken die vielen Sicherheits-Refrains und allzu ausgelutschten Anbiederungen an die Herz-Schmerz-Fraktion die Songs auf Durchschnittsware herab.  

Richtig rockig ist kein Song wirklich, die ein oder andere Gitarrenpassage oder das ein oder andere Gitarrensolo mal ausgenommen. Musikalisch ist die Truppe natürlich über jeden Zweifel erhaben und treffsicher, was Melodien betrifft. Dennoch hätte manches rauhere oder gar neben der Spur liegende Element, die durchgestylten Nummern sicherlich positiv aufgelockert.

Mehrere Balladen gehören selbtredend bei solchen Melodic -/AOR-Acts zum guten Ton und auch auf „Dark Angel“ befinden sich einige solcher frauenfreundlichen Tracks („Forever“, „Don't Slip Away“). Nette Nummern, aber nicht mehr.  

Am besten gefallen Find Me, wenn sie in früher Asia Manier melodisieren. So gehen „Where Do I Go“, „Bleed in the Rain“ und der fröhlich flockige Abschlußsong „I'm Free“ als Sieger des Albums durchs Ziel, auch weil hier die Stimme von LaBlanc, der generell ein außerordentlich tolles, glasklares Organ besitzt, noch besser zur Geltung kommt.  

Es bleibt also ein teilweise zu seichtes, manchmal gar poppiges Melodic-/AOR Album, welches seine Momente besitzt, aber in der Breite einfach zu belanglos ist, weil zu sehr auf sicheres Fahrwasser gesetzt wurde und alles zu geschliffen wirkt. Ach ja....der Titelsong „Dark Angel“ klingt wie eine Rockversion von „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus....ohne Mist !! Mehr muß man nicht sagen.


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