FREE KEY BIT CHESS - Havoc


Free Key Bit Chess irgendwer? Was? Wer? Free Key Bit Chess? Was soll das denn für'n Name sein? Dann vielleicht besser so rum: Freaky Bitches. Ah, jetzt wird's Tag. Okay, unter Freaky Bitches kann man sich schon eher etwas vorstellen. Aber aufgemerkt: Geschrieben wird der Bandname natürlich immer noch Free Key Bit Chess.

Bei den Bitches handelt es sich um eine Band aus München, die rohen, ungeschliffenen Heavy Metal mit deutlicher Thrash Note spielt. Da nimmt es nicht Wunder, daß sie immer wieder in die Metallica- , Megadeth- oder Annihilator Schublade gesteckt werden. Was den Jungs auch bewusst ist und womit sie ganz locker umgehen können.

Nach einer siebenjährigen Schaffenspause brachten die Free Key Bit Chess im Herbst 2014 ihren zweiten Langdreher an den Start. Dieser beginnt mit einem Brett, welches auch live zu den amtlichen Nackenbrechern zählt. "I bleed... you die" zielt gnadenlos auf die Eingeweide, wo es mit Handkuß aufgenommen wird.

Ein klein wenig verhaltener, zumindest phasenweise, zeigt "Me against the World" wie sich Frontröhre Steiff mit dreckig - rauem, vom guten Münchner Augustiner Hell geöltem Organ, durch seinen Kosmos wühlt.

Fernab von jeglicher bajuwarischen "I kaff mer no a hoibe Bier und a Leberkas Semme" Seligkeit hauen die Bitches die nächsten Nummern "Letters and Cyphers" und "Piece of the Action" raus, wobei letztere sogar mit einem Intro startet, welches einen zunächst auf die falsche Fährte führt, bevor der Vierer wieder mächtig Gas gibt. Der Text ist dabei bestens zum mitsingen - bzw. grölen geeignet ("You are the fucking piece of the action").

Großes Kino für den Moshpit bietet auch das folgende "Asylum", während "The Reliever" den geneigten Hörer sogar ins Doom Universum entführt. Die innere Kraft dieser Nummer reißt dabei garantiert auch jeden Machine Head Fan vom Hocker.

Die Rhythmus Sektion mit Tieftöner Hamlet und Schlagwerker Harry liefert danach das grundsolide Fundament für die anstehende Trash Lawine aus "Pure Fuckin' Mayhem", einem heimlichen Hit der Band, sowohl bei den Musikern selbst, als auch bei ihren Fans, und "Testify".

Axtschwinger Mick, der den Sound der Oberbayern seit seinem Einstieg 2001 entscheidend mitgeprägt hat, rifft sich in "Emetic" unwiderstehlich breitwandig durch die Nummer, begleitet von Steiff's kraftvollen Leadvocals.

Das abschließende, fast acht Minuten lange "Silence so loud" zeigt, daß es die Jungs blendend verstehen, den Spannungsbogen auch über eine längere Spielzeit aufrecht zu erhalten. Geschickt werden Tempiwechsel eingebaut, die Bitches machen nicht den Fehler, zu viel in den Song packen zu wollen, sondern verpassen dem Track exakt die richtige Dosis an Zutaten. Einziger Kritikpunkt hier: Warum wird die Nummer so plötzlich und unvermittelt ausgeblendet. Das ist völlig atypisch.

Was der Vierer seinen Fans vorsetzt sind mächtige "kickin Ass" Grooves, die durch Mark und Bein gehen. Dabei kopieren sie nicht einfach den Sound der weiter oben genannten Bands, sondern finden ihren eigenen Platz in der Riege der heavygen Thrash - und Speed Metal Bands dieser Welt.

Oder um es mit den Worten von Gitarrist Mick zu sagen: "Wir sind über Schüler Band Niveau hinaus". Dem ist nichts hinzuzufügen...


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