FREEDOM CALL - Eternity (666 Weeks Beyond - Re-Issue)

666 - diese ominöse Zahl taucht im Metal Bereich immer wieder mal auf. Siehe Iron Maiden ("The Number Of The Beast"), Anvil ("Metal On Metal") oder Slipknot ("The Heretic Anthem"), um nur einige Beispiele zu nennen. Was liegt für eine (Power) Metal Band da näher, als eines ihrer erfolgreichsten Alben exakt 666 Wochen nach der Ur Veröffentlichung nochmals auf den Markt zu bringen?  

Die Nürnberger Formation Freedom Call jedenfalls hatte die Idee, "Eternity", ihr drittes Studiowerk, welches im Juni 2002 erschien, nach exakt dieser Zeitspanne abermals unter das Volk zu bringen. Ergänzt natürlich um eine Bonus Scheibe, auf der man nicht nur den ein oder anderen Song früherer (Live) - Werke versammelt, sondern mit "666 Weeks Beyond Eternity" auch einen brandneuen Song raushaut und zudem eigenes Material von befreundeten Künstlern interpretieren läßt.    

Freedom Call wird ja gerne mal mit dem Begriff "Happy Metal" in Verbindung gebracht. Doch das wird dem Sound der Süddeutschen nur bedingt gerecht. Ihr stark hymnischer Power Metal ist textlich oft an Fantasy Themen ausgerichtet, bezieht aber auch gerne mal reale Personen mit ein. Zudem verwenden sie auch schon mal mittelalterliche Arrangements ("Turn back Time"), was ihrer Musik eine ganz eigene Note verleiht. Und ganz wichtig: Freedom Call meistern auch die ruhigen Passagen in ihren Stücken ganz lässig ("Bleeding Heart").

"Eternity", mittlerweile 13 Jahre alt, darf dabei als Meilenstein im Wirken von Freedom Call gelten. Nimmt man die höchste Platzierung, welche die Band mit ihen jeweiligen Langrillen erreichte, dann ist "Eternity" mit Platz 55 das zweiterfolgreichste Opus in der Band Historie. Ab Ende April sind Freedom Call an der Seite von Sonata Arctica gut zwei Wochen lang in acht europäischen Ländern unterwegs und werden im Rahmen dieser Tour ausschließlich Tracks dieses Albums intonieren.  

Als Speerspitze des Re - Releases empfinde ich das extra hierfür entstandene "666 Weeks Beyond Eternity", in dem die Nürnberger alle Register ihres üblichen Schaffens ziehen. Opulente Chöre, ein eingängiger Refrain, kreischende Gitarren und brachiale Drums treffen den Hörer dort, wo er gern getroffen wird. Diese Nummer ist der Opener der Bonus Disc, die eine Reihe Live Aufnahmen der bislang erschienenen Live Dokumente vereint. Dabei kommen mit "Metal Invasion", "Warriors", "Land of Light" und "Flame in the Night" ausschließlich Stücke von "Eternity" zum Einsatz, die über die Jahre in unterschiedlichen Arrangements ("Warriors" z.B. unplugged in einer Version aus 2014) zu Gehör gebracht werden.

Abgeschlossen wird der Doppeldecker, indem befeundete Künstler die Freedom Call Stücke intonieren. Powerworld z.B. entzünden die "Flame in the Night", anschließend brettern Neonfly durch das "Land of Light", bevor Kissin' Dynamite Stimme Hannes Braun äußerst Piano - lastig mit den "Warriors" ins Feld zieht.  

Fazit: Wirklich viel Neues bietet dieser Double Layer außer dem Titelsong nicht, dennoch können auch Freedom Call Jünger, die sicher schon die Original Scheibe zuhause haben, bedenkenlos zugreifen, denn dieses als Digi Pack erhältliche Re - Release bietet zeitlos guten Happy Power Metal.    

Wer also die Möglichkeit hat, sich Freedom Call auf der anstehenden Tour anzusehen (hier in Aschaffenburg, der Heimat des Monkey Castle, spielen sie am 6. Mai im Colos Saal), sollte diese Gelegenheit beim Schopfe packen. Es wird sicher ein großer Spaß. 


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