GRAVEBREAKER - Sacrifice


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10


Tracklist:

  • Overdrive
  • Sacrifice
  • Gravebreaker
  • At The Gates Of Hell
  • Violent City
  • Kill And Kill Again
  • Road War 2000
  • Pray For Death
  • Spellbound
  • Messenger Of Death


VÖ:  16.12.2016

Label:  Gates Of Hell Records

Bands mit dem Wort Grave im Namen gibt’s mittlerweile wie Sand am Meer. Ab sofort gibt’s auch noch Gravebreaker. So arg viel bekannt ist nicht über die Band und auch nicht per Web zu ermitteln. Es scheint sich hier um ein schwedisches Trio zu handeln und das vorliegende „Sacrifice“ ist wohl das Debut.

Musikalisch sind sie tief in den 80ern verwurzelt, vornehmlich der NWOBHM. Auch Pseudonyme wie Nightmare (vocals), Fury (guitars/bass) und Devastation (drums) passen hervorragend zu den vergangenen Zeiten und ebeno ist das Artwork irgendwie 80er-Jahre-Style.

Wenn man den altbackenen Sound berücksichtigt, der wie analog aufgenommen klingt und tatsächlich ein Überbleibsel der NWOBHM sein könnte, spielen Gravebreaker genau die Musik, die damals allgegenwärtig und en vogue war. Der Gesang wird meist mit viel Hall unterlegt und klingt nicht selten wie der alte Rock'n Rolf zu Running Wild Anfangszeiten. Gitarrenriffs, Drums und der präsente Bass liegen adäquat im Muster von Bands wie frühen Iron Maiden,  Dio, Black Sabbath (der 80er Ära)  oder eben auch den deutschen Vertretern wie Running Wild, Accept oder alte Stormwitch.

Mit „Overdrive“ legt man recht klassisch los, bringt den Song straight auf den Punkt und mit dem üblichen Gitarrensolo setzt man die Duftmarke der Nostalgie. Doch schon mit dem Titelsong „Sacrifice“ zeigt man Rafinesse. Doomiger Refrain und Glockenklänge ebnen den Weg zu spirituellen Sounds der haunted Klasse inklusive Spinett. Klares Mercyful Fate Bekenntnis würde ich sagen.  

Der „Gravebreaker“ stapft danach flott in early Maiden Manier durch die NWOBHM Pfade. Die krächzige Stimme zitiert gar schweizerische Legenden, nämlich Krokus. Ein immer wieder auftretender Bestandteil bei Gravebreaker sind Keyboards. Zwar keine übermäßig virtuosen Spielereien, aber in annehmbarer Dossierung, so daß es zum Sound passt. Man höre hier „At The Gates Of Hell“ mit dem verschwörerischen Keyboard-Beginn und den diabolischen Vocals. Frühe Maiden treffen auch hier auf Rock'n Rolf.

Neben den bereits erwähnten Glockenklängen baut die Band immer wieder nette Gimmicks ein, um einfallsreich zu bleiben. Polizeisirenen beispielsweise in dem leicht punkigen „Violent City“ oder dem alte Saxon zitierenden „Road War 2000“ mit Motorengeheul und Autocrash-Sounds. Oder man driftet ins Spacige ab bei „Spellbound“ mit verzerrten Vocals und Keyboardteppichen.  

Alles in allem zieht man querbeet durch die Old-School Lande des Metal und Gravebreaker wissen ganz genau, wie so etwas zu klingen hat. Bands, die den alten Lehren huldigen gibt es mittlerweile zu Hauf. Aber Gravebreaker gehören ganz klar zu den Vorderen. Überraschungs-Album !!


Tweet
Gefällt mir