HAMMER KING - Kingdom of the Hammer King

Ach herrjeh.....wenn da mal nicht ein Plagiat das andere jagt. Hammer King nennt sich die Band...und „Kingdom of the Hammer King“ das Album. Da schwant einem doch Übles.

Aber...die Band hat einen Deal mit Cruz del Sur, und die sind eigentlich für Qualitätsprodukte bekannt. Heavy Metal in der Tradition von Iron Maiden, Judas Priest und Pfalzgraf Luitpold spielen die Franzosen (?) laut eigener Aussage. Na, wenn das mal nichts ist...

Tatsächlich strotzt das Album lyrisch gesehen mit seinen drei Hauptteilen „I: Kingdom of the Hammer King“, „II: I Am the Hammer King“ und „III: Glory to the Hammer King“ mit seinen diversen Untertiteln der Marke „Chancellor of Glory“ oder „We are the Hammer“ nur so vor Klischees. Man vermutet dabei eher True Metal in der Tradition von Manowar oder Majesty.  

Diese Truppen scheinen in den Songs auch durchaus durch, aber ebenso andere Traditionalisten der (vergangenen) und aktuellen Power-/Echtmetall-Szene.

Aushängeschild von Hammer King ist Sänger/Gitarrist Titan Fox, der auch bei Ross The Boss singt.  

Dessen Stimme kann auch durchaus überzeugen, dagegen wirken die Refrains und Oh-Ho-Ho-Chöre doch etwas platt („I: Kingdom of the Hammer King“). Musikalisch ist alles im grünen Bereich, mal verziert man die Schlacht-Epen im Accept-Stil („Aderlass: Blood of Sacrifice“), mal fühlt man sich gar an Dio erinnert. „Chancellor of Glory“ sorgt etwas für Marschrhythmen und solche „Holy Diver“-ähnliche Gitarrenparts lassen ein Augenzwinkern zu.

Der Gesang von Fox könnte ab und an mehr Power vertragen und die immer wiederkehrenden Oh-Ho-Ho-Chöre sind nervig (hatte ich das schon erwähnt ?). Bonuspunkte kann man sammeln, wenn es etwas thrashiger zugeht, wie bei „Blood Angels“. Anders als bei „Visions of a Healed World“, wo der Refrain viel zu süßlich klingt.  

„Figure in the Black“ treibt das Album dann wieder mit typischen, teutonischen Powerchords an, etwas mehr Punch wäre hier aber auch nicht verkehrt gewesen. Der folgt dann, wie bei solch einem Titel zu erwarten bei „We are the Hammer“. Die Manowar-Huldigungen sind zurück. Typische Schlachten-Hymne mit manch Explosionen im Hintergrund.  

Zum Abschluß folgt dann noch das 7 Minüte Epos „III: Glory to the Hammer King“, ein Song, der sich wie die Iron Maiden-Longtracks aufbaut. Leider klingt Fox, wenn er ruhiger singt hier eher wie Minnie Maus, denn einem Metal-Shouter. Der Refrain taugt dann auch nicht mehr viel. Für einen Epik beanspruchenden Titel ist dieser Song viel zu langweilig. Gähn !!

Sorry, aber das Werk von Hammer King ist weder Fisch noch Fleisch. Natürlich möchte man die alten True Metal Erlebnisse wieder aufleben lassen und mit einem nach Schlachten und Kriegsfeldern riechenden Konzept seinen truen Stempel aufdrücken. Dafür klingen viele Songs aber einfach viel zu flach und nicht spannend genug, um die Fäuste nach oben recken zu lassen. Und wenn ich die Lyrics höre, rollt's mir ab und an die Fußnägel hoch, da zu gezwungen heroisch.

Der Anhang alter True Metal Bands kann das Album mal an-riskieren, zum Ausrufezeichen reicht's für Hammer King meiner Meinung aber (noch) nicht. Da gibt es andere Bands, die zeigen, wo der Hammer hängt... 


Bewertung:

Kommentare: