HAMMERFALL - (r)Evolution

 

Hammer high, to the sky - schon im Refrain des Openers "Hector's Hymn" liefern HammerFall wieder eine jener Parolen, mit denen sie das Publikum bzw. den geneigten Hörer gleich auf ihre Seite ziehen. Und damit willkommen zur Evolution, denn diese ist das neunte Studioalbum der Schweden eher denn eine (r)Evolution, besinnt man sich doch soundtechnisch an der frühen Phase der Band. Klar, mit Fredrik Nordström hat man schließlich auch den Produzenten von damals an den Reglern sitzen. Und Band Maskottchen Hector hat auf dem Cover der neuen Platte auch wieder seinen großen Auftritt - der ihm auf dem Vorgänger "Infected" ja versagt blieb. Oder war es etwa Hector's Hand, die wir dort sahen...?  

Nach dem soliden Titelstück und der ersten Single "Bushido", die GsD keinen Lobgesang an einen deutschen Rapper gleichen Namens darstellt, gibt es die nächste Parole: "Live Life loud" könnte Wasser auf die Mühlen jener Menschen sein, die HammerFall gerne als Happy Metal bezeichnen, mir aber sind die dreieinhalb Minuten dieses Mitgrölers zu wenig. Das dürfte gerne noch so weiter gehen.

Aus der Hölle (= Ex Inferis) kommt der fünfte Track des Albums zwar nicht, doch sein etwas schleppender Takt passt bestens ins Szenario, bevor "We won't back down" mich nicht vollends überzeugen kann. Da hätte man doch sicher noch etwas Fesselnderes auf der Pfanne gehabt, auch wenn sich Bandgründer und Gitarrist Oscar Dronjak noch so reinhängt. Irgendwie zu austauschbar, dieses Stück.

Mit "Winter is coming" folgt als nächstes die obligatorische Ballade, vom Kollegen Enrico Ahlig (Metal Hammer) zwar als die schwächste der Band Geschichte beschrieben. Ich aber stehe voll und ganz hinter diesem atmosphärisch dichten, unbeugsamen Schieber. Geschmäcker sind eben verschieden.

Keine Frage, die folgenden "Origins" (1a Instrumentalteil) und "Tainted Metal" schlagen dann wieder zu 100% in die Kerbe, welche man / frau von HammerFall erwartet. Straight nach vorne mit einem hohen Maß an Mitgröl Potential und perfekter Luftgitarren Romantik. Und auch wenn man meint, diese Mucke schon hundert Mal gehört zu haben. So muß HammerFall klingen.

"Evil Incarnate" weicht dann etwas vom üblichen Band Schema ab, wächst aber mit jedem Hördurchgang. Was vielleicht auch auf das Album als solches zutrifft. Jedenfalls interessant zu hören. Ja und beim Rausschmeißer "Wildfire" packt Drummer Anders Johansson nochmal die Double Bass Drum aus, um den Fan mit einem gehörigen Arschtritt in die Nacht zu entlassen. Doch Vorsicht: Auch Tieftöner Fredrik Larsson hat hier noch einen großen Auftritt. Ein ungewöhnlicher Titel, der von seinen Tempiwechseln lebt.   

Was bleibt also am Ende? Eine Revolution hört sich anders an. Doch wer sich das Wortspiel des Album Titels mit Klein- und Großbuchstaben genau ansieht, wird bemerken, daß es auch eher eine Evolution denn eine Revolution sein soll. Und diese scheint mir in Großteilen des Werks gelungen. Ein Meilenstein? Vielleicht nicht, aber auf jeden Fall auch mehr als nur ein solides Werk.

 

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