HANDS OF ORLAC - Hands Of Orlac

Wer denkt, dass in Italien nur Powermetal und Progressive Rock produziert wird, sieht sich einmal mehr getäuscht. Denn im Zuge der Okkultrock-Welle um The Devils Blood und Jex Thoth haben sich auch die aus Italien stammenden Okkultrocker Hands of Orlac gegründet. 2011 erschien dann ihr selbstbetiteltes Debutalbum, nachdem ein Jahr zuvor schon eine EP veröffentlicht wurde.

Wie bei den bekannteren Genrekollegen werden die Dämonen auch hier von einer liebreizenden Dame beschwört und soundtechnisch schwimmt die Band ebenfalls mit dem Strom. Alles beim Alten also? Ja, natürlich! Harte, melodische Gitarren, diabolischer, beschwörender Gesang, Querflöte, alles Elemente des Openers „Hands of Orlac“. Ein starker Einstieg, der auf mehr hoffen lässt.

Und dieses Mehr kommt auch. Und zwar mit „Castle of blood“.  Ein sehr düsterer Song angereichert mit massig Flöte und göttlichen, doomig gehaltenen Riffs. Ein Titel zum Fürchten. Natürlich nicht wegen schlechter Qualität, sondern weil beim Hören im Kopf ein blutiger Horrorfilm abläuft. Gänsehautfeeling pur.

Etwas rockiger geht es auf „Demoniac city“ zu. Eine rollende Basslinie zum Anfang, garniert mit bösen Geisterstimmen und Flöte. Nach fast zwei Minuten Intro legt der Song in bester „Black dwarf“-Manier (Opener des White Album von Candlemass) los. Beim Hören wird man sofort in diese Stadt verschlagen und sieht sich um sein Leben kämpfend.

Es folgt mit „Into the prison of sleep“  ein kurzes Intermezzo, halb gesprochen, halb instrumental. Eine kurze Verschnaufpause, bevor es mit „Vengeance from the grave“ dämonisch rockend weitergeht. Schnellere Passagen wechseln sich mit Akustikparts ab. Ein guter Song, der allerdings nicht ganz das Niveau der ersten drei Titel erreicht. Da helfen auch die Schreckens/Schmerzensschreie gen Ende nicht mehr, sondern wirken auf die Dauer eher etwas störend.

Vier Glockenschläge leiten den nächsten Titel „Lucinda“ ein. Doch leider weiß auch dieser Song nicht recht zu überzeugen. Anscheinend geht bei Hands of Orlac zum Schluss die Luft aus. „Lucinda“ ist leider nur durchschnittlich.

Ganz im Gegensatz zum Rausschmeißer. „Witches hammer“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Hammer. Starkes Hauptriff, noch stärkerer Gesang und auch vom Aufbau her sehr überzeugend. Nochmal ein Highlight der Scheibe.

Im Großen und Ganzen ist den Italienern ein recht beeindruckendes Debut mit kleinen Schönheitsfehlern gelungen. Ein Geheimtipp für alle Okkultrockfans und solche die es werden wollen.


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