HARMONY - Theatre of Redemption

Harmony – der Name ist auch Programm. Die Band stammt aus Schweden, gründete sich bereits im Jahr 2000 und hat es aber zuvor lediglich auf zwei Alben gebracht.

Mit „Theatre of Redemption“ liegt somit also das dritte vor und musikalisch liegt man tief im Melodic Metal Bereich mit massiven Keyboard-/Synth-Passagen. Dies wird gleich im Opener „The Window of my Soul“ deutlich und die Keys bringen die Songs etwas in die ProgMetal Zone, ohne wirklich komplex zu überfrachten.

Nein, eher harmonisch geht es zu, wie erwähnt. Mit Sänger Daniel Heiman hat man einen typischen Melodic Metal Sänger in den Reihen, in der Schnittmenge eines Timo Kotipelto (Stratovarius) oder Andre Matos (ex-Angra). Für meinen Geschmack ist der Gesang an manchen Stellen zu hoch, ohne aber gleich zu nerven. Die Zielgruppe ist klar, und die Musik dürfte auch vielen Frauen gefallen. Man höre nur die semi-balladesken, zuckersüßen „Inhale“ oder „Hands of Time“. Die Gitarrenarbeit von Magnus Sigfridsson weiß durchaus zu gefallen, die Refrains sind Ohrwürmer, allerdings etwas am Reißbrett entstanden.

Die Ansätze in den Songs sind beileibe nicht schlecht, aber wenn wie z. B. Bei „Crown me King“ plötzlich Aha-Ha-Chöre ertönen, wird’s dann doch arg strapaziös und klischeehaft.  

Besser wird’s, wenn man aus den Klischees ausbricht und wie bei „Son of the Morning“ mit frischen Sounds, in diesem Falle Vibes aus dem mittleren Osten aufwartet. Erinnert etwas an Kamelot, ohne jedoch an deren Klasse heranzureichen. Oder, wenn man wie im Titelsong etwas epischer an die Sache ran geht und mit elegischen Streichern einsteigt. Zwar ist die Grenze zum Kitsch immer recht dünn, aber solche Songs können doch eher für ein Ausrufzeichen sorgen, als die in Watte gepackten Auswüchse der Herz-Schmerz-Fraktion („You Are“).

Mit dem abschließenden „In Search Of“ kann man dann noch mal mit Stratovarius-Anleihen glänzen.  

Natürlich verstehen die Schweden handwerklich kompetent die Vorgaben umzusetzen. Aber...die Songs gehen zwar auf Anhieb ins Ohr, bleiben jedoch nicht dort hängen. Manche Songs sind einfach melodich viel zu überzeichnet, um interessant zu bleiben. Einige positive Ausnahmen ausgenommen.  

Unterm Strich bleibt ein gutklassiges Melodic Metal Album, das Genre Fans ruhig antesten können, ohne allerdings ordentlich Biss rüberzubringen. 


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