HE IS LEGEND - Few


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10


Tracklist:

  • Air Raid
  • Sand
  • Beaufort
  • Silent Gold
  • Alley Cat
  • Jordan
  • Gold Dust
  • Call Ins
  • Eastern Locust
  • Fritz The Dog
  • The Vampyre
  • The Garden


VÖ: 21.04.2017

Label: Spinefarm Records

He Is Legend ist eine amerikanische Rockband, die 2003 gegründet wurde, obwohl man schon Anfang der 90er unter verschiedenen anderen Bannern Musik geschrieben hatte. Aber wer ist diese Legende im Bandnamen ? Bon Scott ?....klar, DIO ?...natürlich, Lemmy ?....selbstredend. Nein, die Band bennante sich nach einem Buch von Richard Matheson mit dem Namen „I Am Legend“. Nun gut, kann man machen....

Das vorliegende Album „Few“ ist bereits das fünfte der Band aus Wilmington, North Carolina. Inspiriert wurde Mainman und Sänger Schuylar Croom dabei von der Okkultistin Helena Petrovna Blavatsky, die heute als Mitbegründer von Thesesen der Esoterik gilt, aber auch durch ihre geheimnisumwobenen Aktivitäten verfolgt wurde. Ganz so düster ist die Musik von He Is Legend aber nicht. Die Band ist musikalisch nicht so einfach in eine Schublade zu stecken. Der Opener „Air Raid“ beispielsweise mixt düsteren Core mit ruhigen Melodien und einem guten Gitarrensolo. Das Ende wirkt eher zerfahren.   

Grundlegend kann man sagen, daß die Band oft Wert auf schräge Rhythmen und Disharmonien setzt, die sich dann wieder in Schönheit und Anmut entfalten. Wie bei „Sand“...komplexe ProgMetal-Rhythmen treffen auf disharmonische Gitarren. Oder schräge Elemente, wie bei „Beaufort“ treffen auf atmosphärische Sounds. Beeindruckend die immer wieder auftauchenden Gitarrensoli, die auch einer reinen Heavy Metal Band gut zu Gesicht stehen würden. Schuylar Croom erinnet dabei in manchen Zeilen tatsächlich an James LaBrie, wie auch die Band selbst beispielsweise bei „Silent Gold“ etwas Dream Theater-Vibes atmet.  

In anderen Momenten erinnern He Is Legend wiederum an reine Prog Bands, wie bei „Gold Dust“...einer Prog light Nummer in etwa vergleichbar mit Jadis. Nach einem starken Drum-Intro folgt gleichauf ein mystische Prog Sequenz mit „Call Ins“. Und so wechselt die Band einfach von Musiklager zu Musiklager. Schön am Beispiel von „Eastern Locust“ zu hören. Fernöstliche Klänge und atmosphärisch schöner, teils mehrstimmiger Gesang reiben sich mit teils vertrackten Gitarren und Thrash Parts, wie man sie von Metallica her kennt. Eingängigkeit verschiebt sich zu Komplexität.  

Tierische Weisheiten schmeißt man bei „Alley Cat“ und „Fritz the Dog“ in luftig, quirliger Manier unters Volk. Verspielte Rhythem und bei letzterem versehen mit core-igem Gebrüll und der Abwechslung zwischen Rock Noir und brachialen Themen. Zum Abschluß lässt man sogar noch die   Doom-Keule vom Stapel. Groovige Gitarren und stoner-mäßige Rauheit bis hin zum Thrash verstehen sich He Is Legend auch auf gepflegte Langsamkeit. Ein Wah-Wah-Gitarrensolo zum Ende hin etwas schräg gespielt, gibt’s als I-Tüpfelchen noch dazu.

„Few“ ist ein etwas stildurchwachsenes Album, welches sich wirklich schwer in eine Schublade stecken lässt. Der Hörer muss schon progressiven als auch Thrash-/Core-Abfahrten offen gegenüber stehen, um der Musik von He Is Legend etwas abgewinnen zu können. Vom okkultistischen Grundthema bis zur klanglichen Schönheit bieten die Jungs viel Leichtes, aber auch schwerer Verdauliches. Stellt sich aber nach wie vor die Frage, wer ist die Legende ?

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