HELL OR HIGHWATER - Vista


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6,5 / 10


Tracklist:

  • Colors
  • Walk Out In The Rain
  • Don't Hate Me
  • Another Good Time
  • Lighter Than Air
  • Blister
  • Don't Stop Get Up
  • Dame
  • Washed Away
  • Pieces
  • I Want It All
  • Revolution


VÖ:  19.05.2017

Label:  Spinefarm Records

Aus den USA stammt die Rockband Hell Or Highwater. Die Band scheint größeren Bezug zu den Metalcorelern Atreyu zu haben, bei denen Sänger Brandon Saller wohl auch mal tätig war. Nicht ganz meine Baustelle, daher lasse ich das mal so stehen. Fakt ist, daß wir es bei Hell Or High Water mitnichten mit Metalcore zu tun haben, sondern mit (modernem) Rock mit Hang zum Alternative Sound.

„Vista“ ist das zweite Album der 2011 gegründeten Band und wenn man weiß, daß Vista in Kalifornien liegt, kann man sich vorstellen, daß Hell Or Highwater eher sonniges Gemüt haben und eher Lebensfreude denn Frust von der Seele spielen. So entstand mit „Vista“ ein recht farbenfrohes Album, was ideal zum Opener „Colors“ überleitet. Gutklassige Rockmusik mit erfreulich rauhem Gesang, fernab von diesen Emo- und Jaul-Sängern, mit denen man es heutzutage bei modernen Bands so oft zu tun hat. Klar, natürlich gibt es diese partytauglichen Ho-Ho-Ho-Chöre, welche die Songs von Hell Or Highwater in die Radiotauglichkeit und Kommerzialität rücken, aber die Band klingt eher nach einer erdigen (Hard-)Rockband als nach anbiedernden Jungspunden.

Mit Keyboard-/Synth-Spielereien und irgendwie lustig klingenden Gitarren geht es bei „Walk Out In The Rain“ erfrischend weiter, bevor es bei „Don't Hate Me“ mit hart beginnenden Riff zum ersten Mal etwas metallischer wird. Irgendwie erinnert der gute, düstere Refrain und die tolle Gitarrenmelodie etwas an Evergrey. Tolle Nummer !

Leider schleicht sich dann aber mitunter diese Unart der unsauberen, verzerrten Modern-Gitarrenspielerei ein. Das tut mir als schon beim Hören weh und ich verstehe definitiv nicht, warum diese meist amerikanischen Bands so auf diesen schrecklichen Gitarrensound stehen. Beispiel: „Another Good Time“. Eigentlich eine witzig flippige Nummer mit erneuten Ho-Ho-Ho-Chören und etwas poppigere Ausrichtung. Good Vibrations allenthalben. Wenn... ja, wenn nicht diese elendigen Gitarren wären. Dooferweise ist dieser Song darin keine Ausnahme. Auch bei „Don't Stop Get Up“ und „I Want It All“ bedient man sich dieses Stils und punktet in meinen Augen damit nicht.  

Schade, schade...denn Hell Or Highwater lassen sich ansonsten echt was einfallen. Piano unterstützter Sprechgesang bei „Pieces“, gospelartiger Chor bei „Revolution“ mit sogar leicht folkigen Anleihen, hardrockige Aerosmith-Lässigkeit bei „Dame“ sowie wunderschön Melodisches bei „Lighter Than Air“. Hell Or Highwater wissen druchaus zu gefallen.  

Was bleibt ist also ein an sich gutes Rockalbum mit tollem Sänger, welches in vielen Momenten ganz viel richtig macht und trotz Mainstreamtauglichkeit nicht gezwungen wirkt. Lasst diese unsäglichen, modernen Elemente weg und besinnt euch ausschließlich auf die Hard Rock-Wurzeln. Dann sprechen wir in Zukunft von etwas Besonderem.

 

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