HIGH FIGHTER - Scars & Crosses

Die Hamburger Truppe High Fighter konnte schon mit ihrer EP „The Goat Ritual“ etwas Staub im Underground aufwirbeln. Als Bandprojekt 2014 durch Mitglieder von Buffalo Hump, A Million Miles und Pyogenesis gegründet, hat man sich der Sludge-/Doom-Szene verschrieben, mit Ausflüchten in den Blues und manchen Core-Ansätzen.

Mit „Scars & Crosses“ legen High Fighter um Frontfrau Mona Miluski nun ihr Vollzeit-Album Debut vor. Und um es gleich vorweg zu nehmen, die Band bleibt ihrem eingeschlagenen Weg treu.

Die Musik atmet Staub, es knarzt an allen Ecken und Kanten und Mona röhrt meist mit rauher, leidender Stimme durch die acht Songs. Dies klingt nicht viel anders als bei anderen vergleichbaren Sludge Bands, aber eben auch nicht schlechter. Zudem bringt die Stimme der Sängerin irgendwie einen besonderen Touch in den Sound.

Manchmal ist man sich nicht sicher, ob hier Frau oder Mann das Mikro malträtiert. Gerade wenn Mona heftige Growls rausholt, besitzen die Vocals einen derben Charakter, den man so nicht unbedingt von einer Frau erwartet. Sie macht ihre Sache aber gut und die abwechselnde Intonierung von Klargesang und Growls besitzt durchaus ihren eigenen Wiedererkennungswert.  

Die Gitarristen Christian Pappas und Ingwer Boysen schlagen permanent die locker aufgezogenen, tief gestimmten Saiten an. Brillianz und Gitarrenkunst geht anders, aber bei Stoner-/Sludge kommt es ja auch mehr auf Heaviness und knarzigen Sound an....und das beherrschen die Jungs vorzüglich.  

Bass und Drums sind ebenfalls auf der Höhe und bilden ein souveränes Gerüst für die doomige Metalabfahrt.

Allerdings kann man den Songs, angefangen beim Opener „Silver Heart“ bis zum Rausschmeißer „Scars & Crosses“ nicht gerade viel Abwechslung bescheinigen. Die einzelnen Songs sind äußerst heavy und gehen auch gut ins Ohr, aber nachhaltig kann man nicht unbedingt heraushören, was jetzt welcher Song war. Hier hat der Titelsong noch am ehesten Elemente, die etwas herausstechen, wie zum Beispiel partiell mehrstimmigen Gesang.

So bleibt unterm Strich ein gutklassiges Stoner-/Sludge Album, wobei der Gesang den Unterschied zu vergleichbaren Bands macht. Hier findet sich das Erkennungsmerkmal von High Fighter wieder und dies könnte tatsächlich der Pluspunkt für die Band sein, um sich von der doch bereits erheblichen Masse an Sludge-Bands abzuheben. Da Sängerin Mona zudem noch in der Plattenfirmen-Branche tätig ist und sich mit Promotion gut auskennt, sollte hier doch Einiges machbar sein auf dem weiteren Weg nach oben. Nur an der Abwechslung iherer Songs sollten und müssen High Fighter definitiv noch arbeiten. Trotzdem ein interessantes Album für Fans der genannten Genres.

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