HOLLYWOOD MONSTERS - Big Trouble


Nach seiner Emigration nach Amerika hat sich der französische Multiinstrumentalist und Sänger Stéphane Honde mit Hollywood Monsters ein neues Betätigungsfeld geschaffen. Dafür hat er einige bekannte Gäste, unter Anderem Paul di‘Anno (allerdings nur auf der Special-Edition zu hören), Vinny Appice und Don Airey, gewinnen können. Da große Namen keine Garantie für großartige Musik sind, hab ich sein neuestes Album „Big Trouble“ etwas genauer unter die Lupe genommen.

Das Cover ist schon mal Kitsch pur: Passend zum Namen kämpfen King Kong und Godzilla auf dem  Capitol Records Turm, wobei letzterer ursprünglich aus Japan stammt.

Ein halbminütiges Intro mit Akustikgitarre und Gesang leiten das Album ein, bevor es mit „Move on“ erst richtig losgeht. Ein schneller Song, der von Don Aireys Keyboard/Hammondorgelspiel veredelt wird.

Weiter geht es mit dem Titelsong, der im Midtempobereich angesiedelt ist. Der Song kommt sofort auf den Punkt und bietet einfache Riffs, die sofort ins Ohr gehen statt überflüssige Details.

Mit „The Only Way“ gibt es eine erste Ballade, die mit Akustikgitarre beginnt und sich im weiteren Verlauf steigert.  Vinny Appice zeigt hier, dass er auch perkussiv trommeln kann.

Auf der zweiten Ballade „The Cage“ erinnert Stéphanes Stimme ein wenig an Ian Gillan. Gesanglich unterstützt wird er von einem Frauenchor, der im Refrain mitsummt. Ein Track, der einen sprichwörtlich gefangen nehmen kann.

Weiter geht es mit der dritten Ballade „The Ocean“. Begleitet von Gitarre, Streichern und ab und an einem Becken singt Stéphane mit ruhiger Stimme.

Und wer nicht genug Balladen hören kann, der mit mit „Oh Boy!“ mehr als befriedigt. Allerdings drängt sich die Frage auf, ob Monsieur Honde in Amerika zum Softie geworden ist und nur noch ruhige Songs schreiben kann. Denn kompositorisch sind die Songs bis hierhin gut, wenn auch auf die Dauer etwas eintönig. Bemerkenswert ist noch, dass die Drums nicht wie sonst üblich von einem Mann sondern von einer Frau, nämlich Laetitia Gondran, eingespielt wurden.

Aber glücklicherweise hat er die härteren Songs nicht verlernt, denn mit „Underground“ wird der Härtegrad endlich etwas erhöht. Stéphane klingt erneut sehr nach Gillen, ob es nur daran liegt, dass beide die gleiche Tonlage haben oder der Franzose den Engländer nachahmen möchte kann ich leider nicht beantworten.

Der mit knapp acht Minuten längste Song „Village of the Damned“ überzeugt mit epischen Riffs, rollenden Basslinien und einer Jorn Lande Gedächtnisstimme. Ein Highlight des Albums.

Zum Ende hin gibt es mit „Song for a Fool“ noch einen Bluessong. Tim Bogert greift noch mal zum Bass und Emmanuel Lamic streichelt die Drums. Stéphanes Stimme klingt ungewohnt verletzlich und sein Gitarrenspiel erinnert entfernt an den (aktuellen) Großmeister des Bluesrock Joe Bonamassa. Ein guter Abschluss des Albums.

Auf der Special Edition schließt sich noch der Bonustrack „Fuck you All“ an, eingesungen von Paul di’Anno und unterstützt von Gitarrist Denis Baruta. Und der ist der mit Abstand schnellste und härteste Song des Albums. Die Gitarren glühen, Paul schreit wie in alten Zeiten und Bass und Schlagzeug treiben den Song erbarmungslos nach vorne. Ein bisschen unverständlich, dass er es nur zum Bonustrack gereicht hat.

Insgesamt ist Hollywood Monsters ein gutes Debut gelungen, was aber für Liebhaber härterer Klänge nur bedingt geeignet ist, da es kaum Songs zum gepflegten Headbangen enthält sondern von sanfteren Klängen dominiert wird.


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