HORRENDOUS - Anareta

Den Amis von Horrendous ist im Oktober 2014 mit „Ecdysis“ ein richtiges kleines Ausrufezeichen im Underground für den Bereich technischer Death Metal gelungen. Wie in unserem damaligen Review auch zu lesen, legte die Band viel Wert auf Abwechslung und durchaus auch auf Melodien, was denjenigen, die nicht unbedingt viel mit Death Metal am Hut haben ein freudiges Staunen entlocken sollte.

Jetzt, fast genau 1 Jahr später, legt man mit „Anareta“ bereits das dritte Album nach. Faul sind sie also nicht, die drei Jungs aus Philadelphia.  

Prinzipiell hat man seinen Stil auch nicht verändert. Sänger Damian Herring kreischt und growlt auf fieseste Art, operiert zwischendurch auch mal kurz hysterisch clean und liegt nicht ganz so weit weg von einem Martin van Drunen (Ashphyx) oder John Tardy (Obituary). Dies lässt die Nummern weit brutaler erscheinen, als sie bei näherer Betrachtung eigentlich sind. Denn, wie bereits erwähnt, legen Horrendous trotz allen Death Metal Geballers auch sehr großen Wert auf melodische Faktoren, die sich hauptsächlich in den Gitarren-Leads und Soli äußern.  

Am besten nachzuvollziehen ist dies bei der rein instrumentalen Angelegenheit „Siderea“. Daß hier eine Death Metal Band am Werk ist, lässt sich auf Anhieb nicht erkennen und die Nummer zeigt, mit welcher Versiertheit gerade Gitarrist Matt Knox zur Sache geht.  

Dem zur Seite steht mit „Acolytes“ der mit 7 Minuten längste und auch abwechslungsreichste Song, der einen unweigerlich mit fortlaufender Dauer in seinen Bann zieht. Natürlich wird auch ordentlich auf die Batterie gedroschen und Songs wie „Sum of all Failures“ hauen trotz Akkustik-Gitarren Intros voll auf die Zwölf. Dafür sorgt Damian mit seinem garstigen Gebrüll schon fast alleine und schraubt die Härte in den Songs enorm hoch.  

Mal mit doomiger Schwere versehen, mal mit schnellen Blastparts ausgestattet treffen fast alle Songs auf Anhieb ins Schwarze. Allerdings gibt es auch mit „Polaris“ und dem Abschlußtrack „The Solipsist (Mirrors Gaze)“ zwei Titel, die das Niveau nicht ganz halten können.

In Summe ist „Anareta“ keinen Deut schwächer als der Vorgänger (den Erstling kenne ich nicht) und ist sowohl für Old-School Death Metal Fans mit Hang zu technischer Finesse, als auch für Metal Puristen zu empfehlen, die derberem Stoff nicht grundsätzlich abgeneigt sind.

Ob's für einen weiteren Schritt nach oben reicht, oder halt doch nur ein weiteres Ausrufezeichen im Underground wird, zeigt die Zeit. Achtlos sollte man definitiv nicht an Horrendous vorbeigehen. Das ist Fakt !!


Bewertung:

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