HORRENDOUS - Ecdysis


Es ist schier unglaublich, welch starke Death Metal Bands in letzter Zeit aus dem Boden schießen.

Dabei ist es gerade egal, woher diese Bands stammen. Deutschland nimmt hier eine große Rolle in letzter Zeit ein. Aber auch aus den USA kommt eine Band, die brillianten, technischen Death Metal spielt, welchen man nicht allzu oft zu hören bekommt.

Horrendous stammen von der Ostküste der USA und haben mit „Ecdysis“ soeben ihren zweiten Longplayer veröffentlicht.  

Das besondere an der Musik von Horrendous ist, daß man nicht einfach stumpf drauflosholzt, sondern mit viel Abwechslung und tollen Tempowechseln jederzeit eine Spannung in den Songs erzeugt, die ihresgleichen suchen.  

Schon beim Opener „The Stranger“ ist zudem zu hören, daß man gerade im Gitarrenbereich immer wieder schöne Melodien mit einbringt, was der Knüppel-aus-dem-Sack-Vertretung sicherlich zu denken gibt, aber eine tolle Atmosphäre erzeugt.

Gerade bei den kürzeren Songs wie „Weeping Relic“ oder „Resinator“ (knapp 4 Minuten) geht es trotzdem noch für Death Fans ausreichend knüppelig zur Sache und Sänger Damian Herring growlt so abgrundtief finster durch die Gegend, daß man natürlich weit weg von Schöngeister-Musik ist. Aber, wie erwähnt, die technischen Qualitäten sind enorm und die Musikalität jederzeit hoch. Man höre sich nur die sprechende, ja fast singende Gitarre in „Heaven's Deceit“ an....genial. Teilweise fühlt man sich, nicht zuletzt wegen den Growls, an Asphyx erinnert.

Ecdysis bedeutet ja soviel wie Häutung und eine garantierte Gänsehäutung gibt es bei dem wundervollen Akkustik-Gitarren Instrumental „The Vermillion“ zu erleben, welches in das schleppende „Nepenthe“ überleitet, das mit gelegentlichen Doom Versatzstücken glänzt.

Man sieht also, bei Horrendous wird Abwechslung großgeschrieben und das Gute ist, die Musik bleibt jederzeit nachvollziehbar. „When the Walls Fell“ glänzt gar mit einem reinen Powermetal-Riff.  

Mit dem fast 7-minütigen „Pavor Nocturnus“ und dem fast schon epischen „Titan“ klingt das Album dann soundgewaltig aus. Besonders die Chöre im Abschluß-Track erzeugen eine wahrliche Death-Metal Erhabenheit.

Was soll ich sagen. Ich komme ja wahrlich nicht aus dem Death Metal Bereich. Aber, wenn weiterhin solch grandiosen Alben wie dieses von Horrendous auf dem Markt erscheinen, freunde ich mich immer mehr mit dieser Stilrichtung an. Die melodische, ja fast progressive Ausrichtung, welche die Band in ihre Musik integriert, kann man nur als mehr als gelungen bezeichnen und selbst Leute, die sonst nichts mit Death Metal am Hut haben, werden anerkennen müssen, daß diese Musik durchaus Seele haben kann.  

An den technischen Qualitäten der Band gibt es rein gar nichts zu meckern und Damian growlt so, daß es nicht weh tut.

Horrendous ist mit „Ecdysis“ ein erstklassiger Punktsieg im Spiel mit den Massen gelungen.... 


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