ICHABOD KRANE - Day of Reckoning

Mit Ichabod Krane präsentieren Pure Steel Records ein weiteres Projekt, welches aus Bands klassischen US Metal Ursprungs entstanden ist. So befinden sich beispielsweise mit Rick Craig (guitars) und George Neal (bass) zwei Gründungsmitglieder der US Legende Halloween im Line Up. Und auch Tom Wassmann (drums, Sleepy Hollow) und Jeff Schlinz (vocals, Elixher) sind keine gänzlich Unbekannten der Szene.  

Ein erstes Lebenszeichen erscheint dieser Tage mit dem Album „Day of Reckoning“ und bedient sich, welch Wunder, bei der reinen, klassischen Metal-Lehre.

Und bereits mit der Eröffnungsnummer „Dark Valentine“ wird gezeigt, wo der stählerne Hammer hängt. Accept-mäßiges Riffing im schweren Midtempobereich und die Stimme von Jeff Schlinz, eine Mischung aus Halford, Scheepers oder Sean Peck, aber hinten heraus mit einer eigenen, persönlichen Note. Typischer, aber sehr guter Metal-Shouter. Aufgesetzt wirkt hier nichts, pure metal einfach. Gefällt !!

Auch „Hypnotized“ punktet mit einem Killer-Riff, zwar tiefer/dunkler gestimmt, aber höllisch schwer. Dazu im Gegensatz die hohen Screams von Schlinz. Ein Song auf Priest-Niveau der Point of Entry /Screaming for Vengeance Phase. Allerdings beläßt es der Song bei dem immergleichen Riffing, ein umfassendes Guitar-Solo hätte hier gut reingepasst. Na ja, Chance vertan, dennoch hörenswert.

US Metal der ganz alten Schule wird mit „Unwanted“ zelebriert. Diverse Metal Church Tendenzen sind erkennbar, zudem auch der Gesang um Einiges dreckiger, variabler erscheint. Das kurze, halb-akkustische Break bringt Abwechslung, bevor sich in der Schlußminute eine Wand aus reinstem Metall erhebt. Ein Metal-Song der Referenz-Klasse !!

….und diese Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Album. Immer wieder werden feine Nuancen der gesamten US Metal Breite eingestreut. So findet man in „Final Warning“ eine Gitarrenarbeit, die stark an Fifth Angel oder das erste Album von Heir Apparent erinnert. Oder man geht mal etwas schneller zu Werke („Evil in You“). Von kompetenten Musikern getragen, hat das Album keinen einzigen Ausfall zu verzeichnen. Sicher zünden nicht alle Songs gleichmäßig, doch die Highlights überwiegen. So kann sogar die Powerballade „Nothing Without You“ überzeugen, obwohl ich mich auch bei Ichabod Krane fragen muß, warum immer unbedingt mindestens ein solcher Song auf den Alben landen muß. Egal....keinesfalls kitschig interpretiert, passt der Titel auch irgendwie rein.  

Saxon's Hommage „Immortal“ und das abschließende „Nostradamus“, mit tollem Crimson Glory-Spirit versehen, runden das Album adäquat ab.

Etwas skeptisch war ich schon anfangs, aufgrund des Projekt Charakters, aber die Bedenken wurden schnell behoben. „Days of Reckoning“ wirkt in sich stimmig und wie aus einem Guß. Natürlich musikalisch der Vergangenheit der einzelnen Musiker geschuldet, konnte nur ein typisch old schooliges US Metal Album herauskommen. Aber, wie bereits erwähnt, ein erstklassiges, welches super reinläuft und keinen wahren Metalfan enttäuschen kann.

Stellt sich nur die Frage:  Kommt da noch mehr, oder ist dies eine einmalige Angelegenheit ?

Ich hoffe auf Ersteres !!

 

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