IMPERIA - Tears Of Silence

Imperia ist eine multinationale Truppe, die sich dem atmosphärischen Epik-Metal verschrieben hat. Die Mitglieder stammen aus Norwegen, Finnland, Deutschland und Belgien. Gegründet wurde die Band zu Ostern 2004 von Sängerin Helena Iren Michaelsen (Angel, Ex-Trail Of Tears, ex-Sahara Dust, ex-Epica) und Audun Gronnestad. Mit “Tears Of Silence” liegt nun das vierte Album vor, das für den treuen Fan doch so manche Überraschung bereithält. Ich konnte Helena und ihre Jungs auf dem Metal Female Voices Fest 2013 im belgischen Wieze treffen und gemeinsam mit ihnen photographieren lassen.

“Silence Is My Friend” startet ruhig mit e-Piano und akustischen Gitarren, bevor dann Schlagzeug und e-Gitarre einsetzen. Helena Iren Michaelsen singt in einer tieferen Tonlage als man es eigentlich von ihr gewohnt ist. Chorusse sorgen für ein gehöriges Maß an Epik. In “Crossroads” sind am Anfang und auch später orientalische Melodien zu hören. Aber auch hier schlägt die Rhythmus-Abteilung richtig zu. Streicher sorgen für Bombast. Im Refrain sind dezente Growls zu hören, die laut Info des Labels auch von Helena eingesungen wurden. “Broken (When The Silence Cries)” startet wiederum ruhig mit e-Piano. Die Melodieführung ist leicht poppig angehaucht, dank bratender Gitarren und Double Bass-Einsatz aber mit einer ordentlichen Härte ausgestattet. Der Gesang bewegt sich hier in den gewohnt höheren Tonlagen. Im Mittelteil gibt es dann eine filigran gespielte Gitarren-Passage. Piano-Klänge und Streicher leiten “Away” ein. Es geht ruhig weiter, die wunderschöne Stimme der blonden Norwegerin brilliert in dieser Ballade. in der zweiten Hälfte ist ein Klasse-Gitarrensolo zu hören, das von Streichern abgelöst wird.

“Friheten Vil Seire” (Laut Google Translate “Die Freiheit wird siegen”) ist ein nordischer Folk-Rock/Metal-Song, den die Sängerin in ihrer Muttersprache singt, wenn ich das richtig höre. “My Screaming Heart” startet leicht beschwingt mit Streichern bevor das vorantreibende Schlagzeug den Takt vorgibt. Der Song ist sehr melodisch und hat durchaus Airplay-Qualitäten. Gegen Ende sind wunderschöne Gitarrenmelodien zu hören. In “Motherlove” mischt sich zu Beginn ein wenig das Feeling von Broadway Musicals in den epischen Metal der Band. Dazu passt auch der teilweise etwas rauere Gesang und die Chorusse. Zum Schluss dann wieder ein großartiges Gitarrensolo.

“The Vikingsong” geht wieder in die Richtung nordischer Folk-Metal. Im Hintergrund kann man die Wikinger hören, Flöten sorgen für den Folk-Anteil während Gitarre und Schlagzeug für die den Metal-Teil zuständig sind. “Spirit Chase (Keep Fighting)” startet mit Piano-Klängen bevor mächtige Chorusse einsetzen, die von Double Bass unterlegt werden. Der Gesang ist ruhig in einer dunklen Stimmfärbung vorgetragen, dazu sind dezente gesetzte Gitarrenriffs zu hören und ein eingängiger Refrain. Ein getragen gespieltes Gitarrensolo rundet den Song ab. Bei “Innocent Child” hört man zunächst ein Kind erzählen, dann setzen akustische Gitarren. Der Gesang ist fast gehaucht. Eine weitere wunderschöne Ballade, obwohl der Double Bass zeitweise zuschlägt. Die Sängerin zeigt hier, was in ihrer Stimme steckt. Mit “Wings Of Hope” endet die reguläre Ausgabe des Albums. Ein poppiger Ausklang, teilweise mit Synthie-Klängen. Dazu wunderschöner Gesang, der noch einmal die stimmliche Bandbreite von Helena Iren Michaelsen zeigt, bis hin zum Operngesang schwingt sie sich in die höchsten Höhen auf. Der Double Bass wird songdienlich eingesetzt.

Das limitierte Digipack bietet zwei Bonustracks. Auch “We'll Be Free” ist poppig angehaucht. Streicher sorgen für Bombast und die Gitarren für den rockigen Einschlag. Ein eingängiger Song. Dazu kommen Chorusse und hohe Gesangslinien. In “Wings Of Hope” klingelt zunächst ein Telefon dann setzt das Piano und der ruhige Gesang ein. Eine Ballade zum Träumen, die Stimme von Helena sorgt für Gänsehaut pur.

Vier Jahre nach “Secret Passion” melden sich Imperia zurück. Die Band wirkt deutlich gereift, die Kompositionen werden dem Stil, den die Musiker als “atmosphärischen Metal” bezeichnen, deutlich gerecht. Die sympathische Sängerin Helena Iren Michaelsen zeigt eine gesangliche Bandbreite, die ich bisher von ihr so nicht kannte und unterstreicht dadurch eindeutig ihre Einstufung als “Dramatischer Sopran”. Die Kompositionen sind abwechslungsreich die Produktion druckvoll. Es macht Spaß dieses Album anzuhören.


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