JOE BONAMASSA - Blues Of Desperation

Joe Bonamassa ist zweifellos eine Lichtgestalt in Sache Blues Rock und mit Sicherheit einer der besten und erfolgreichsten Blues Musiker der letzten Jahre...ja Jahrzehnte. Daran wird auch sein neuestes Album „Blues of Desperation“ nichts ändern. Der Knabe füllt große Hallen, hat mittlerweile Eintrittspreise zu seinen Verantaltungen, die den ganz großen des Musikbusiness ähnelt. Überzogen werden hier wohl viele meinen. Aber anscheinend ist der Markt für seine Musik groß, so daß man sich diese Forderungen leisten kann.

Die Musik spricht daher für sich und Joe bringt auch mit dem neuen Album ein interessantes und gleichzeitig experimentierfreudiges Werk unter die Leute. Vom Veteran Kevin Shirley exzellent produziert finden sich neben typischen Blues Rock Nummern, wie dem Opener „This Train“, der mit Piano versehen stampfend wie eine Dampflok auftrumpft, oder „No Good Place For The Lonely“, einem über 8-minütigen Koloss, der mit Hammonds und Streichern in eine adäquate Jam-Session ausartet, auch genre-fremde Sounds.  

Beispielsweise der zum Ende hin auftauchende Bar-Piano Song „Livin' Easy“ mit Saxophon Klängen verfeinert. Oder die abschließende Bläser-unterstützte Ballade „What I've Known For A Very Long Time“ oder das drumlastige, etwas fuzzige „Distant Lonesome Train“ mit quirligen Riffs und abgefahrenen Gitarrenpassagen...alles etwas ungewöhnlich für Blues Rocker, aber das ist Joe Bonamass egal. Er kann es sich mittlerweile längst erlauben, mit „fremden“ Klängen zu experimentieren und spannend bleibt dadurch die Angelegenheit zudem, so daß das Album nicht mit Blues-Rock-Einerlei langweilt.

Das kommt echtes Country-Feeling auf mit der Americana-Nummer „The Valley Runs Low“, aufgepeppt mit Frauenbackground-Chören im Gospel-Stil. Oder der gute Joe kommt mal freaky daher mit Jam-Sessions a'la „You Left Me Nothing...“.  

Das ruhig beginnende „Drive“ ist der ideale Soundtrack für eine entspannte Autofahrt auf den Highways dieser Welt und gerade hier zeigt sich, welch guter Sänger Joe Bonamassa zudem ist. Denn selbstverständlich hat er auch auf diesem Album die Vocals übernommen. Eine echt gute und für Blues Rock passende Stimme besitzt er, der gute Joe.  

Und dieses lässige Laid Back-Feeling findet sich auch bei „How Deep This River Runs“ wieder, ebenfalls mit Frauen Backgground Gesang veredelt. Allerdings bricht der Herr letztendlich mit einem ausufernden Gitarrensolo aus der Lethargie aus.  

Joe Bonamass-Fans werden dieses Album lieben. Alle Blues-Rock Fans vermutlich auch. Obwohl die Blues-Puristen sicherlich auch das ein oder andere wegen der Stilvielfalt zu meckern haben werden. Für mich persönlich macht Joe Bonamassa aber alles richtig. Er muß niemanden mehr etwas beweisen und lotet sein Können in vielerlei Hinsicht aus. Und das Können von Joe steht natürlich wie immer außer Frage. Tolles Album !!


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