KALEDON - Antillius-The King of the Light


Was kann man von einer italienischen Powermetalband erwarten, die mit ihren Alben Fantasygeschichten erzählt? Klebrige Keyboardsounds, übermäßigen Bombast und kitschige Balladen.

Mit entsprechenden Erwartungen bin ich dann an Kaledons neuestes Werk „Antillius – the king of the light“ herangegangen, und bin (zum Glück) bitter „enttäuscht“ worden. Denn von all den Klischees, die solchen Bands anhaften, ist kaum etwas vorhanden. Stattdessen gibt es endlich frischen Wind in diesem doch schon arg abgegriffenen Genre.

Ok, fette Chöre und Orchesterpassagen gibt es auch hier, allerdings wirken diese nicht aufgesetzt und sind mehr als nur schnödes Beiwerk. Das Keyboard wird hauptsächlich zum Erzeugen der Orchesterparts und für Dream Theater-typische Soli eingesetzt, und vom Gesamtsound dringt man eher in Blind Guardian- als in Italopowermetal-Sphären vor. Im Klartext bedeutet das: jede Menge Riffs, vermehrter Doublebasseinsatz („The Calm before the Storm“, „Friends will be Enemies“…), gefühlvolle Balladen mit Gänsehautsoli („Elisabeth“) und ausufernde Epen („The Fallen King“).

Zwischen den einzelnen Songs werden immer wieder Geräusche wie Schwertkampf, Regen oder Schritte eingestreut, die das Geschichtenfeeling noch verstärken.

Das einzig wirklich Kitschige ist das mehr als genretypische Cover, eine Burg, die von der Sonne in gleißendes Licht getaucht ist und auf der eine Art Krönungszeremonie mit entsprechendem Fußvolk im Hof stattfindet. Aber bei dem Albumtitel lässt sich auch kaum ein anderes Cover gestalten, insofern: gelungenes, zum textlichen Inhalt passendes Cover, aber glücklicherweise mit frischem Wind im musikalischen Bereich. Und mit 64 Minuten Spielzeit bekommt man auch noch reichlich davon.


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