KORNELIUS FLOWERS - Vintage Hedonist

Kornelius Flowers ist Gitarrist und Sänger der Folk-Polk-Rock Band The Shane aus Trier. Nie gehört ? Macht nix, denn hier geht es um das Solo Album des fast 2 m großen Hünen mit dem Titel „Vintage Hedonist“. Kornelius ist desweiteren ein Singer/Songwriter, der im Stile eines Tom Petty mit eigenwilligen, eigenen Songs und ein paar Coverversionen (deren Originale aber eh keine Sau kennt, zumindest ich nicht) schön unproblematisch straight und teils rockig zu Werke geht.

Dabei sollte man sich nicht von dem ersten Song „Abba“ auf die falsche Bahn lenken lassen. Klingt dieser doch wie eine Mischung aus den Beatles und „Hang on Sloopy“ von The McCoys. Ernsthaft musste ich mir hier die Frage stellen, was dies in einem Rockzine wie unserem zu suchen hat, obwohl der Song qualitativ sicherlich nicht schlecht ist. Aber nach dieser Eröffnungs-Nummer zeigt Kornelius glücklicherweise seine wahre Rock-Leidenschaft und Kunst.  

Zusammen mit einigen erlesenen Musikern wie Bassist Herr Dannehl, der das Ganze auch mitproduzierte und aufnahm, oder Drummer Michael Stein, Organist Norbert Schmitz, ein paar Gastgitarristen, sowie Anne Völpel als weibliche Intuition mit Backing Vocals, ist Kornelius Flowers ein abwechslungsreiches, positives Lebensgefühl verbreitendes Album gelungen, welches sogar ein paar Songs im Gepäck hat, die man sich durchaus auch als Airplay im Radio vorstellen könnte. Natürlich nicht bei chartorientierten Sendern wie Antenne Bayern, sondern eher bei seriöseren Stations.  

Kornelius besitzt eine Stimme, die eher tief und unaufgeregt durch's Programm führt, mit Ähnlichkeiten zu Bob Geldorf, Mark Knopfler oder eben Tom Petty. Ausgeflippter geht’s eigentlich nur bei „I Declare War“ zu, einem durchgeknallten Song mit leichter New Model Army Note.  

Querbeet bedient Kornelius und Gefolgschaft ansonsten seine Einflüsse von den 60ern bis 90er Jahren. Mal rockiger („Fire in the Air“, „Evil Head“), mal entspannter („Thousand Times“, „The Way You Are“).

Vieles lenkt der Protagonist in folkig angehauchte Bahnen. Auch manche Blues-u. Country-Note ist Bestandteil seines gelebten Rock'n Roll Verständnisses. Da scheinen schon mal Folk-Rocker wie Runrig durch, dann wie der Album-Infozettel auch richtig erwähnt auch Momente in der balladesken Art eines Nick Cave oder altmodisches a la The Kinks.

Wer sich für gut arrangierte, handgemachte Rockmusik mit Facetten aus unterschiedlichen Musikwelten interessiert für den ist „Vintage Hedonist“ von Kornelius Flowers eine runde Sache. Ein Album, daß Leichtfüßigkeit mit Ernsthaftigkeit, Lockerheit und Angestrengtheit adäquat verbindet. 


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