LACHRYMOSE - Carpe Noctum

 

Wenn es Bands wie Nightwish, Epica, Edenbridge und einige mehr noch nicht geben würde, könnte man dem Debut der Griechen Lachrymose vielleicht noch mehr abgewinnen. Aber die genannten Bands gibt es halt schon gefühlte Ewigkeiten und man kann zu der Musik stehen, wie man will....die Musikszene geprägt, bzw. beinflusst, hat man allemal.

Jetzt versuchen es also Lachrymose, von diesem schon alten Kuchen auch noch ein paar Krümel aufzusammeln. Die Info spricht von Nightwish meets Candlemass und somit von Dark Melodic Doom Metal. Lachrymose sind die Band von Blackmass (guitars, vocals), der sich mit den Black-/Deathern Rotting Flesh bereits durchaus einen Namen gemacht hat. Zusammen mit einer neuen Elfe an der Front namens Hel, sowie Basser Kerk und Mancer an den Drums (ebenfalls Rotting Flesh), will man also seine dark doomigen Weisen unter die Menschheit bringen. Und dies gelingt der Truppe nur bedingt.

Zwar vereinen Lachrymose die Zutaten für ein solches Mahl recht routiniert und kompetent, spannend wird das Album dadurch aber noch lange nicht. Das kinoreife, instrumentale Intro „Precipice of Bliss“ verheißt zu Beginn symphonisch und düster noch Hoffnungsvolles. Doch schon mit dem folgenden „False God“ wird deutlich, woran die ganze Geschichte lahmt. Und zwar an dem Gesang von Hel, welche die dark doomigen Rhythmen operettenhaft veredeln will, aber teils dermaßen schräg rüberkommt, daß es weh tut. Sie klingt wie eine Sängerin, welche die klassische Ausbildung begonnen und die Grundelemente erlernt hat, aber dies leider nicht zu Ende brachte.  

Somit werden die guten Ansätze, die Blackmass in seine Kompositionen einfließen lässt, durch den Gesang leider zunichte gemacht.

Dies wird gnadelos am 8-Minüter „My Shadow (A Revelation)“ deutlich. Epischer Aufbau, teils erzählerische Parts, leichte Iron Maiden-Gitarrenläufe stellen das Bemühen um Spannung und Abwechslung auf solide Füße und der Gesang haut dann die Beine weg. Das ist sehr schade, denn kompositiorisch machen Lachrymose nicht sonderlich viel falsch.  

Wenn mal wie in „Carpe Noctum“ mehrstimmiger Refrain zu hören ist, kann man bedenkenlos zuhören, beim Sologesang eher nicht. Liegt die Stimme mal nicht neben der Spur, ist sie einfach nur langweilig, da schon vielfach in gleicher Art und Weise von Tarja und anderen Damen gehört.  

So bleibt unterm Strich ein Album, dem man Bemühen nicht absprechen kann, aber welches in weit größerer Form von anderen Bands schon zig-fach auf dem Markt exisitiert. Fans, welche von operettenhaftem Gesang im Rock'n Roll nicht genug bekommen können und hier selbst grauselige Gesangesfehler verzeihen, können auch bei Lachrymose fündig werden. Ich brauch's so nicht.


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