LARCENY - Into Darkness

Seit 2004 ist die süddeutsche Melo Death Band Larceny bereits im Untergrund unterwegs. Nach 2 Demos konnte man bereits 2013 mit „My Fall“ ein Album veröffentlichen, gefolgt ein Jahr später von der EP „Gundpowder Night“.

Früher noch mit Sängerin unterwegs hat mittlerweile Girarrist Oli Gaupp auch die Vocals übernommen. Das Infoblatt umschreibt das neue, zweite Album „Into Darkness“ mit „...kreative Dunkelheit zwischen melodischer Härte und schwarzmetallischer Kälte“. Ja, was denn nun ?....Death Metal oder Schwarzmetall ? Wir werden sehen....

Das Album beginnt mit einem 1 ½ minütigen Piano Intro, bevor „Detour to Hell“ in die Vollen geht.  

Beim Sound muß man etwas Abstriche machen, so viel wird klar. Musikalisch liegt man eher im Thrash Metal Bereich mit melodischen Gitarrenläufen. Der Gesang ähnelt etwas dem von Dani von Cradle of Filth, was den schwarzmetallischen Anteil begründet und kurze Growls bringen kurz etwas Death dazu. Irgendwie wirkt der Song im Refrain wie ein bösartig vertontes Kinderlied.

Das Keyboard spielt bei Larceny eine unterstützende Rolle, wie man bei „Afterlife“ feststellen kann. Der Gesang wechselt immer wieder von Dani-Gekeife zu „helleren“ Growls. Dennoch bleibt immer genügend Platz für nette Melodien. Hört man beispielsweise das Gitarrenthema  des Titelsongs „Into Darkness“ könnte man durchaus auf eine Powermetal Band tippen, ohne den Gesang natürlich. Ja...ein feines Gespür haben die Jungs aus Süddeutschland. Zwischendurch wird’s gar mal symphonisch.  

Etwas thrashiger geht’s dann wieder bei „No Surrender“ zu, einer recht flotten Nummer die im dunklen, teils mehrstimmigen Refrain ihre Stärken offenbart. Gefolgt vom stärksten Song des Albums „Limbus“. Mächtige Soundzeremonie zu Beginn und melancholisch wütender Gesang lassen den Song zu einem Dark Rocker werden, der auch für die hiesigen Tanzflächen geeignet scheint. Zudem haben wir es hier mit dem einzigen Song zu tun, dessen Lyrics komplett in deutscher Sprache abgefasst wurden. Klasse Song !

Das Ende des regulären  Albums bildet danach „Hold the Last Light“. Wiederum ein sehr schneller Song mit reichlich Getrigger und Geschredder, ohne jedoch nachhaltig im Ohr zu bleiben. Obwohl die Refrain Melodie an sich recht eingängig erscheint und mit Piano Untermalung einen Pluspunkt setzen kann. Weniger Tempo wäre hier vielleicht besser gewesen.  

Danach folgen noch vier ältere Songs, die man neu aufgenommen hat. Hier sei das hypnotische „Gunpowder Night“ erwähnt, das echtes Dunkelheimer-Hitpotenitial besitzt. Etwas angepisster Gesang, dann wieder Piano und harsche Rhythmen. Cool.  

Auch die restlichen drei Stücke „I Will Rise“, „My Fall“ und „End of Lies“ können durchaus mit den Kompositionen des Hauptalbums mithalten und beinhalten tolle Melodien, die aufhochen lassen auch wenn die Songs an sich noch etwa einfacher gehalten sind, als die neuen Stücke.

Eine Schubladisierung fällt bei Larceny irgendwie schwer. Melo Death Metal trifft es eigentlich nicht wirklich. Wenn schon, dann würde ich es eher als Dark Metal mit dezenten Black-/Death-u. Thrash-Anteilen bezeichnen. Der Melodiefaktor steht hoch im Kurs und auch der Dani Filth-ähnliche Keifgesang fällt nicht zu extrem aus, so daß die Songs auch bei reinen Power Metal Fans durchaus funktionieren können. In den schnellen Passagen wirkt die Umsetzung teilweise etwas zu uninspiriert und auch der Sound könnte zukünftig mit mehr Zug auf die einzelnen Instrumente verbessert werden.  

Ansonsten ist Larceny aber mit „Into Darkness“ ein gutklassiges, in der Dunkelheit beheimatetes Album gelungen, auf welchem man aufbauen kann. Ich leg mich mal fest, daß wir in Zukunft noch Einiges von Larceny  hören werden !! 


Bewertung:

Kommentare: