LATE NIGHT VENTURE - Tychonians

Rein instrumentale Alben müssen in der Regel abwechslungsreich und spannend sein, um den Hörer bei Laune zu halten. Immerhin muß das fehlende „Instrument“ Gesang so ausgeglichen werden, daß es nahezu nicht auffällt. Long Distance Calling und My Sleeping Karma können so etwas perfekt, aber wie sieht es bei den Dänen Late Night Venture aus ?

Die haben gerade mit „Tychonians“ ihr drittes Album herausgebracht. Laut Infowisch handelt es sich dabei um ein Konzept um den Astronom des 16. Jahrhunderts, Tycho Brahe, und die damalige Begegnung des Menschen mit dem Kosmos. In Zeiten von Schnelllebigkeit und Hektik wollen Late Night Venture mit diesem Album an die Schönheit und Weite des Weltalls erinnern. Ein Umstand, der weitestgehend heutzutage aus den Köpfen der konsumgesteuerten Menschen raus ist.

Musikalisch verpackt wird das Ganze in sechs Songs, die größtenteils atmosphärisch und epochal ausgefallen sind. Wie gesagt, auf Gesang wird verzichtet, lediglich beim 9-Minüter „Moon Shone on White Rock“ gibt es zwischendurch mal sprechende Stimmen zu hören.  

Den Anfang mach „Stjerneborg“ mit sphärischen Melodien und Windgeheul, welches auch beim letzten Song „Praha“ zum Abschluß das Album umrahmt. Der Sound ist dramatisch, schwer und monolithisch. Irgendwo in der Schnittmenge von Space Rock, Psychedelic und Prog.

Dabei schafft man es durchaus, auch mit einfachen Akkordfolgen und tiefer gestimmten Gitarren, reichlich Spannung aufzubauen. „Nebula“ weiß beispielsweise den Mix aus langsamen und druckvollen Passagen inklusive progressiver Elemente gekonnt einzusetzen. Ohne aber den Hörer zu sehr mit Break-Überfrachtung zu quälen.  

Late Night Venture verpacken träumerische Parts, heavy Gitarren-Riffs oder aber auch dudelige Gitarren-Frickel-Passagen in ihre Songs, was hauptsächlich in den beiden längeres Stücken „Moon Shone on White Rock“ und „Halo Orbit“ zur Geltung kommt.  

Zwar wiederholen sich diese Elemente in den Songs immer wieder, trotzdem bleibt „Tychonians“ trotz ein paar Längen bis zum Schluß absolut hörbar. Ein bisschen mehr Experimentierfreudigkeit hätte nicht geschadet, aber Late Night Venture bereichern durchaus die rein instrumentale Musikwelt mit ihren ausgeklügelten Kompositionen. Ganz bis an die Spitze reicht es zwar noch nicht, aber man befindet sich auf keinem schlechten Weg.


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