LEAVES' EYES - King Of Kings

Im Oktober des vergangenen Jahres zelebrierten sie mit ihrer “Hymns Of A Decade” Show beim Metal Female Voices Fest im belgischen Wieze ihr zehnjähriges Jubiläum. Nach der Show ist vor dem Album. “King Of Kings” ist die nunmehr sechste Studioproduktion der Band, angelegt als monumentales Konzeptalbum. Erzählt wird die tausend Jahre alte Legende vom ersten König Norwegens, “Harald Fairhair”.

Mit Geigenklängen startet “Sweven”, Trommeln setzen ein, dazu die ätherisch klingende Stimme von Liv Kristine. Chöre kommen hinzu. Ein Traum, eine Vision als Harald Halvdansson geboren wurde, der künftige König Norwegens. Nahtlos schließt der Titelsong “King Of Kings” an dieses Intro an. Bombastische Streicher (White Russian Symphony Orchestra unter Leitung von Victor Smolsky) und Gitarren leiten diesen Song ein, dazu gewaltige Chorusse (London Voices u.a. Star Wars, Herr der Ringe, Harry Potter). Liv Kristine schwingt sich mühelos in die höchsten Tonhöhen und Ehepartner Alex Krull steuert seine Growls bei. Ganz großer Soundtrack. “Halvdan The Black” ist dann so ein richtiger Kracher. Ein Riffgewitter prasselt auf den Hörer ein. Auch hier wieder bombastische Chor-Parts. Besungen wird Haralds Vater, bekannt als der König der Dunkelheit, einer der Söhne Odins. Gegen Ende ein richtig geiles Gitarrensolo.

“The Waking Eye” startet ruhig mit von Piano-Klängen unterlegtem Gesang. Mit den Riffs, dem klaren Gesang von Liv Kristine und den wunderschönen Melodie-Bögen, hat der Song ein immenses Hit-Potential. Die Chöre sorgen für ein ausreichendes Maß an Bombast. “Feast Of The Year” stellt das Intro zu “Vengeance Venom” dar. Pipes and Drums dominieren dieses Stück bevor keltische Folkklänge zu “Vengeance Venom” überleiten. Ein beschwingter melodischer Song in dem durchgängig keltische Instrumentierung zu hören ist. Ein einprägsamer Refrain lädt zum Mitsingen ein. “Sacred Vow” ist dann typischer Leaves’ Eyes Song. Liv’s Stimme harmoniert wunderbar zu den Riffs, Chören und Melodiebögen. In der zweiten Hälfte dann wieder ein kongeniales Gitarrensolo. “Heeaaliich!”, wie Alex Krull sagen würde. Auf “Edge Of Steel” gibt es dann eine faustdicke Überraschung, Duett-Partner bei diesem Kracher ist niemand Geringeres als Simone Simons (Epica). Eine epische Hymne, die mich manchmal sogar an frühe Manowar erinnert. Auf Konzerten herrscht dann garantiert Headbanging-Alarm auch dank des vorantreibenden Double-Bass im Mittelteil.

Bei „Haraldskvæði” kommen dann Erinnerungen an Herr der Ringe auf. Vor meinen Augen erscheint Lothlórien, das Land der Waldelben Galadriels. Liv’s Stimme bekommt hier eine sanfte Tonfarbe. Nach dem balladesken Einschub kommt mit 07:30 mit “Blazing Waters” der längste Titel des Albums, eine weitere großartige Metalhymne. Liv Kristine singt im Duett mit Lindy-Fay Hella (Wardruna – ein Projekt gemeinsam mit Gaahl von Gorgoroth). Das Stück ist sehr vielschichtig und lebt von diversen Melodie- und Rhythmus-Wechseln. Den letzten Kick geben die Growls von Alex Krull. Mit keltischen Klängen endet dieses Meisterwerk dann. “Swords In Rock” bietet Musik zum Feiern und Tanzen, beschwingte Klänge mit großen Gitarrenriffs und der überragenden Stimme der norwegischen Frontelfe.

“King Of Kings” lief bei mir in den letzten Tagen fast in Dauerrotation. Trotzdem sitze ich am Ende immer wieder mit offenen Mund da. Was haben Leaves’ Eyes da für ein Brett abgeliefert. Hier ist alles vorhanden was das Herz des Fans melodischen/symphonischen Metals begehrt. Epik, Bombast, Härte, teils exotisch anmutende Melodien, eine betörende Stimme. Fast im Minuten-Takt werden die Gitarrenriffs locker aus der Hüfte abgefeuert. Und hochkarätige Gäste runden das Album. Das ist ganz großes Kino und stellt alle anderen Veröffentlichungen dieses Jahres in den Schatten. Ein ganz heißer Anwärter auf den Titel “Album des Jahres”!


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