LORD VIGO - Blackborne Souls


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10

Tracklist:

  • Oh Mother Earth
  • When The Bloodlust Draws On Me
  • Great City In The Sky
  • Blackborne Souls
  • Blasphemy
  • Ishtar II - Hail Me, Fire In The Night
  • For Beeing Unknown
  • Eternal Saviour


VÖ:  13.01.2017

Label:  No Remorse Records

Man könnte dieses Album durchaus als Debut bezeichnen, war der Vorgänger „Under Carpathian Sun“ der Landstuhler Lord Vigo eigentlich die Umsetzung von Demos in Verbindung mit ein paar neuen Songs auf Albumlänge. Größtenteils wird das neue Album „Blackborne Souls“ allerdings als zweites Album der Band angeführt, somit erklären wir uns auch damit einverstanden. „Under Carpathian Sun“ zierte ein Artwork des Künstlers Karmazid und auch ein Blick auf das Cover des neuen Albums weist sofort darauf hin, wer auch hier die (malenden) Hände im Spiel hatte. Der Junge hat seinen eigenen Stil und dieser passt hervorragend zur düsteren, schwermütigen Musik von Lord Vigo.  

In der Review zum Vorgänger prognostizierten wir der Band einen steilen Weg, wenn man sich nicht verbiegt und die eingeschlagenen Trademarks beibehält. Und ja, Lord Vigo haben ihren Stil um keinen Millimeter verändert. Erhabener, schwermütiger Doom der Candlemass/Solitude Aeternus-Klasse wabert aus den Boxen und im Vergleich zu „Under Carpathian Sun“ hat man den Sound, gerade was die Drums angeht, nochmals verbessert.  

So haut der Opener „Oh Mother Earth“ gleich voll rein, obwohl der Song recht unspektakulär beginnt. Aber der explodierende Refrain, mächtig und anklagend, kann gleich mal was und donnert als gute Eröffnung dieses Albums ins Gebälk. Die Stimme von Vinz Clortho, gleichzeitig Drummer, prägt nach wie vor mit seinem ausdrucksstarken Gesang die acht Doom-Epen. Unweigerlich wird man hier immer wieder an Ozzy oder Messiah Marcolin erinnert, was in solchen Kreisen aber eher zum guten Ton gehört.  

Lord Vigo vertonen die Finsternin sehr moderat und streuen immer wieder mal passende Gimmicks, wie Gewittergrollen, oder Anchorman-Ansagen in die Songs ein. Als intensive Highlights überzeugen der Titelsong „Blackborne Souls“ und das harte aber geniale „Blasphemy“. Man hat immer das Gefühl, Teil einer gespentsichen Szenerie zu sein, so überzeugend wirken die musikalischen Geschichten, welche die Band zu erzählen weiß.  

Auf „Under Carpathian Sun“ gehörte der Song „Ishtar“ sicherlich zu den Highlight. Umso erfreuter war ich, als ich in der Tracklist las, daß es auf dem neuen Album eine Fortsetzung gibt. „Ishtar II – Hail Me, Fire In The Night“ beginnt ähnlich mit einem News-Moderator, der von ungewöhnlichen Vorfällen berichtet und auch Scotland Yard ist hier wieder ein Thema. Allerdings kommt diese Fortsetzung aufgrund der fehlenden, gesanglichen Intensität, welche der erste Teil noch verströmte, nicht an den Vorgänger heran. Für mich in dieser Hinsicht eine kleine Enttäuschung.

Auch die beiden letzten Stücke, „For Beeing Unknown“ und „Eternal Saviour“ flachen in der Qualität etwas ab, haben aber dennoch im Kontext des Albums ihren düsteren Reiz.

Letztendlich kann man sagen, daß Lord Vigo mit „Blackborne Souls“ Fortschritte in Sachen Sound und Produktion gemacht haben. Das Level der Songqualität ist eher gleichgeblieben, wenn nicht gar eine Nuance schwächer. Das unterstreicht aber nur, welch großartiger Einstieg der Band mit „Under Carpathian Sun“ gelungen war. Dennoch haben wir es auch hier mit Doom der Oberklasse zu tun, welcher der Candlemass/Solitude Aeternus-Fraktion sicherlich Freudentänze beschert. Lord Vigo können sich mit „Blackborne Souls“ etablieren und werden sicherlich zur festen Größe im Reigen der langsameren, düsteren Töne reifen. 

Weitere Artikel:  LORD VIGO - "Under Carpathian Sun" (Review)

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