LUSTRE - Blossom

Haben Tangerine Dream ein neues Album rausgebracht ? Oder handelt es sich hier gar um seichtere Kompositionen von Vangelis oder Oldfield ?  Nein, es dreht sich um „Blossom“, dem vierten Album der schwedischen One-Man-Band Lustre.

Zugegeben ich kenne die Vorgängeralben von Lustre nicht. Aber wenn man die Band als Black Metal zugehörig bezeichnet, erwartet man sicherlich etwas ganz anderes, als auf diesem Album.

Denn mit Black Metal hat „Blossom“ nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Lustre besteht, wie bereits erwähnt, eigentlich nur aus einer Person, die sich Nachtzeit nennt. Dieser hat sämtliche Instrumente alleine eingespielt und ist somit auch alleinverantwortlich für die vier Kompositionen, schliche „Blossom Part 1“ - „Blossom Part 4“ betitelt. Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber meiner Einschätzung nach ist hier das meiste am Rechner entstanden.  

Das Album ist rein instrumentaler Natur. Schon mit „Part 1“ wird deutlich, daß hier das Gewicht auf wunderschöne, fast zarte Keyboard-Melodien gelegt wird, lediglich untermalt mit Gitarren, die aber auch nicht sonderlich hart zu Werke gehen. Ab und zu wird die friedliche Stimmung durch geisterhafte Töne entfremdet, das reicht aber noch lange nicht als Black Metal Anteil.  

Zugegeben die Melodien sind wirklich traumhaft schön, können durchaus für Melancholie in der Abenddämmerung sorgen und funktionieren sicherlich als Soundtrack für Leute, die auf den Klippen verweilen und die Schönheit der weiten Landschaft genießen richtig gut. Auch als Untermalung für cineastische Produkte könnte man sich „Blossom“ vorstellen. Das Ganze hat aber einen entscheidenden Nachteil. Die ersten drei von den vier Songs sind mit 8 – 10 Minuten viel zu lang und die schönenen Melodien werden bis zum Erbrechen dauerhaft wiederholt. So kommt keinerlei Spannung auf und nach der Hälfte eines jeden Songs hofft man doch auf Abwechslung, die aber nur selten kommt.

Lediglich „Part 4“ fällt mit nur 5 Minuten aus dem Rahmen, wirkt etwas düsterer, plätschert aber zum Ausklang auch nur einfach dahin.  

Nachtzeit hat sicherlich ein Gespür für feine Melodien, die auch Gänsehaut erzeugen können, vergißt es aber, seine Kompositionen mit Spannung und Vielfältigkeit zu versehen.  

Freunde rein instrumentaler Klänge, die auf hochmelodische Stimmungen stehen, können gerne mal in Lustre's „Blossom“ reinhören, brauchen aber einen langen Atem für die ausufernden Themenwiederholungen.


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