MAGISTER TEMPLI - Into Duat

Ehrlich gesagt, waren mir die Norweger Magister Templi vorher kein großer Begriff. Gehört hatte ich den Namen wohl schon mal, aber in welchem Zusammenhang, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen.

Die Band ist seit 2008 im Geschehen und hat es bisher auf eine EP („Iao Sabao“ – 2012) und ein full length Album („Lucifer Leviathan Logos“ - 2013) gebracht. Auf diesen Werken verarbeitete man Themen rund um Aleister Crowley. Jetzt, mit dem neuen Album „Into Duat“ begiebt man sich in die Welt der ägyptischen Mythologie. Duat ist das Reich des Gottes Osiris.  

Musikalisch lässt man dieses ägyptischen Flair nur bedingt mit einfließen. Magister Templi spielen eher reinen Heavy Metal, der eine typische NWOBHM Schlagseite besitzt, aber auch das ein oder andere Doom Zitat enthält. Dies äußert sich gerade im Eröffnungssong „Creation“, wo das Tempo auch mal gedrosselt wird.  

Die Gitarristen Baphomet und Patriark (spätestens bei den Pseudonymen der Bandmitglieder wird die Ausrichtung deutlich) kann man hierbei getrost als das Aushängeschild von Magister Templi bezeichnen. Die Riffs, welche die Knaben vom Stapel lassen, sind oft vom Feinsten und erinnern mehrfach an das legendäre Meryful Fate Doppel Denner und Sherman. Den ein oder anderen Song könnte man sich durchaus auch auf Frühwerken der Dänen vorstellen, natürlich mit anderem Gesang.  

Den Gesang von Magister Templi Fronter Abraxas d'Ruckus muß man auf diesem Album eher als Schwachstelle bezeichnen. Hier wird zwar recht hoch, aber fast durchgehend in Prediger-Art und Erzählform interpretiert, was den Songs an sich recht gut zu Gesicht steht, aber dennoch etwas dünn aufgetragen wirkt. Dafür stellen die Gitarrenläufe die Weichen für einen gelungenen Gesamteidruck. Offensichtlich haben sich die Musiker das ein oder andere Mal auch mit den Eisernen Jungfrauen auseinandergesetzt, hört man sich die Rhythmen von beispielsweise „Slaying Apophis“ an.  

Manch spitzer Schrei von Abraxas wirkt unfreiwillig komisch, schmälert aber die Relevanz von Songs wie „Anubis“, „Sobek“, „Osiris“ und allen voran dem genialen „Horus the Avenger“ (ich fühle mich gerade wie zu Griffin's seligen „Protectors of the Lair“-Zeiten)  keineswegs. Wie gesagt, der Gesang ist zwiespältig, passt aber zum konzeptionellen Geschichtenerzählen von „Into Duat“.  

Magister Templi werden sicherlich am Ende des Jahres nicht die Hitlisten der Besten anführen, aber für einen netten musikalischen Zeitvertreib sorgen sie allemal. „Into Duat“ ist ein Album, welches man sich gerne öfters auflegen wird, wenn auch nicht unbedingt in Dauer-Rotation.  

Würde mich wundern, wenn man die Band nicht demnächst mal in Lauda-Königshofen bewundern könnte....Old-School Metal der reinen Lehre mit leichten Doom-Anleihen, da macht man nix verkehrt.


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