MAGNUM - Sacred Blood, "Divine" Lies

Bereits kurz nach Veröffentlichung von Magnums "Escape from the Shadow Garden" im März 2014 fing der britische Songwriter Tony Clarkin an, Songs für das neue Album zu schreiben. Ganze 25 Lieder sind daraus entstanden, von denen es allerdings nur die besten 10 auf das neue Album mit dem Namen "Sacred Blood - Divine Lies" geschafft haben. Drei weitere werden jedoch als Bonustracks erhältlich sein. Sacred Blood, Divine Lies ist nicht nur der Titel des Albums sondern zugleich auch der Opener, der den Hörer direkt in das Geschehen wirft. Mit einem soliden Mid-Tempo Kracher, der vor allem seine Power durch die stampfenden Beats bekommt, bekommt man gleich eine starke Nummer in typischer Magnum-Manier zu hören.  

Der darauf folgende Track "Crazy Old Mothers" dürfte wohl alle Wünsche eines jeden Magnum Fans erfüllen. Schon der Anfang, bei dem Bobs Gesang lediglich von wunderschönen Keyboard-Klängen begleitet wird, lädt einen bereits zum Tagträumen ein. Genauso muss ein guter Magnum-Song beginnen. Zum Refrain hin entwickelt er sich schließlich wie schon der Opener zu einem satten Mid-Tempo-Stampfer und liftet ein wenig die melancholische Stimmung.   Sehr dramatisch geht es weiter mit "Gypsy Queen". Der sehr Gitarren- und Chor-lastige Refrain wird hier umrahmt von sehr ruhigen Strophen, bei denen der Spannungsbogen so richtig aufgebaut wird und schließlich im Refrain explodiert. Die Inspiration für diesen Song holte sich Gitarrist Tony Clarkin in Sankt Petersburg, eine Stadt, die ihn durch ihre einzigartige Atmosphäre stark beeidndruckt habe.  

Bei "Princess in Rags (The Cult" wird die Stimmung wieder stark angehoben und beginnt mit dem typischen Magnum Mid-Tempo-Riff, der durch das Keyboard unterstützt wird und auf den später folgenden Refrain vorbereitet. Die Strophen sind auch hier wie bereits bei den voherigen Songs eher ruhig gehalten, um dann zum Chorus wieder ordentlich an Fahrt aufzunehmen.    Der Beginn von "Your Dreams won´t die" erinnert stark an eine modernere Version von "Desperate Times" vom Princess Alice and the broken Arrow Album. Text und Titel selbst haben für die Band eine nahezu religiöse Tiefe und kommt wie eine Vertonung der Bandeigenen Philosophie daher. Und genauso klingt es auch - man wird zum Nachdenken angeregt, man kann einfach nicht anders als für einen Moment inne zu halten und verträumt Bobs Worten zu lauschen. 

Entgegen dem eher negativ angehauchten Titel "Afraid of the Night" weckt der Beginn des Liedes eine doch eher positive Simmung. Hier zeigen Magnum eindeutig ihre verspielte Seite. Spielerische Keyboard-Klänge, Tempowechsel und doch eher ungewöhnliche Soundeffekte halten den Spannungsbogen stets so weit oben, dass man gespannt darauf wartet, was wohl als nächstes passieren wird. Hier geben sich ruhige Passagen und satte Stampfer-Riffs die Klinge in die Hand und schaffen es so, den Hörer zu fesseln.   "A forgotten Conversation" startet wieder mit leisen Klängen. Und auch hier wird eine eher dramatische Grundstimmung geschaffen, zu der im späteren Verlauf noch einen Hauch von Aggressivität Einklang findet. Der rockige Refrain ist wieder eingebettet in ruhigen Passagen und weisen sich als wesentliches Element auf dem gesamten Album auf. Und das funktioniert bei Magnum auch bestens!  

Als gar nicht so ruhig erweist sich "Quiet Rhapsody". Tatsächlich herrschen hier röhrende E-Gitarren und stampfende Schlagzeug-Beats vor. Der Refrain klingt 100% nach Magnum, wie man es von ihnen seit Jahren gewohnt ist, dem Refrain fehlt es jedoch insgesamt etwas an Power und Ohrwurmcharakter.   "Twelve Men Wise and just" ist für mich persönlich das Highlight des Albums. Zunächst setzen die sanften Piano-Klänge ein und werden schließlich von Bobs Gesang untermalt, bis schließlich die Stimmung umschlägt und der Song deutlich an "Härte" zunimmt. Der Refrain entfaltet sich nach typischer Magnum-Manier zu einer echten Hardrock-Perle, der einem sofort ins Ohr geht und einen vor Freude Seufzen lässt. Im Hintergrund sanfte Keyboard-Klänge, im Vordergrund Bobs markante Stimme vermischt mit knarrenden E-Gitarren, Schellenkränze und hymnischen Klängen - da fällt es schwer, brav auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Von Anfang bis Ende eine starke Nummer! 

Schließlich endet unsere musikalische Reise mit einem der wohl ungewöhnlichsten Magnum-Songs. Der Bass dröhnt hier wortwörtlich aus den Boxen und lässt den Boden beben. Dazu Bobs leicht angezerrten Gesang gibt eine Kombination, die perfekt ineinande übergeht. Zum Refrain verstummt dieses Dröhnen und lässt einen ein wenig trotzig zurück. Man vermisst doch den mächtigen Bass aus den Strophen hier ein wenig, doch genau wie Bob singt - "Don´t cry Baby" - ist der Refrain so stark, dass er einen über diese Tatsache rasch hinweggetrösten kann. Ein würdiges Ende für das "Sacred Blood and Divine Lies"-Album!


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