Magnus Karlsson's FREEFALL - Kingdom Of Rock

Magnus Karlsson – ein Name, der wahrscheinlich am ehesten in Verbindung mit der deutchen Power Metal Band Primal Fear fällt – veröffentlicht am 6. November 2015 sein zweites Solo-Album – Magnus Karlsson´s Free Fall - „Kingdom of Rock“.

Schon mit mit dem ersten Album wollte der schwedische Gitarrist laut eigenen Aussagen seinen großen Traum erfüllen und eine Platte schaffen, auf denen sich all seine Lieblingssänger darauf versammeln und hat sich als Ziel gesetzt, jedem einzelnen das perfekte Liedchen auf den Leib zu schneidern. Erfahrungen hat er diesbezüglich schon mehr als genug gesammelt, hat er doch bereits unter anderem für die Russell Allen/Jorn Lande-Alben, Kiske/Somerville oder auch Place Vendome Lieder geschrieben und dabei gar nicht mal schlecht abgeschnitten.Der Opener des Albums trägt den gleichnamigen Titel wie auch das Album selbst – Kingdom of Rock – und ist eine solide Rock-Nummer mit eingängigem Refrain. Und welche Stimme würde da nicht besser passen als die von Jorn Lande (ex-Masterplan, ex-Ark,Avantasia), der bereits auf den Allen/Lande-Alben für Magnus Karlsson gesungen hat. Hier begegnen wir auch zum ersten mal den für Magnus´ typischen Gitarrensound, der auch schon in Primal Fear unverwechselbar markant ist und sich durch das gesamte Album ziehen wird.

Out of the Dark beginnt sehr Metal-lastig mit harten Gitarre-Riffs, Squeels und den Vocals von Jacob Samuel (The Poodles). Der Refrain ist insgesamt sehr tragend und wird durch ordentlich Double-Bass untermalt. Kein Lied, das besonders hervorsticht, aber auf jedenfall eine gute Nummer, die sich hören lassen kann.

No Control weiß durch eine hervorragende Gesangsleistung von niemand anderem als Joe Lynn Turner (Rainbow, Malmsteen) zu überzeugen. Hier passen Song und Sänger wie die Faust auf´s Auge. Klasse Refrain, an dem man sich einfach nicht tot hören kann und der einem nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte.

Ein wenig an Black Sabbath erinnert When the Sky falls. Mit relativ schleppenden aber eindringlichen Gitarrenriffs vermischt mit Acoustic-Gitarren, Hall-Efekten und der Stimme von Tony Martin wirkt das ganze richtig schön düster. Die Krönung ist hier aber definitiv der Refrain, der durch den gedoppelten Gesang stark hervorsticht und einen endlos den Repeat-Knopf drücken lässt.

Angel of the Night: erwartet man bei diesem Titel eine Ballade, wird man schwer enttäuscht. Bei Angel of the Night handelt es sich um eine solide Hard Rock Nummer, die vor allem durch die Vocals von David Readman (Pink Cream 69, Voodoo Circle) glänzt. Nach dem eher düsteren Vorgänger bleibt hier einem gar nichts anderes übrig als fröhlich mit dem Kopf zu nicken. Starke Nummer!

Beim nächsten Song übernimmt der Meister selbst den Gesangspart. Und braucht sich dies bezüglich auch keinesfalls hinter den anderen Sängern zu verstecken. I Am Coming For You ist eine gute Mid-Tempo Nummer, der jedoch ein wenig mehr Abwechslung sicher gut gestanden hätte, aber immerhin durch ein verdammt gutes Solo abgerundet wird.

Der Anfang von Another Life erinnert zugegebenermaßen etwas ungewohnt an Irish Folk auf Acoustic Gitarre – bis schließlich die E-Giarre einsetzt und der erste Eindruck verschwindet.

Die erste Strophe wirkt dermaßend überzeugend – allein schon wegen der wunderbar rauen Stimme von Rick Altzi (Masterplan), dass man einfach hofft, das Lied würde so weitergehen. Und tatsächlich, der Refrain übertrifft sogar die hier angesetzten Erwartungen, richtig schön melodisch in reinster Masterplan-Manier wird er hier dargeboten. Im Solo wird zur Abwechslung mal zu Wah-Wah-Effekten gegriffen, die man durchaus öfter hören könnte. Einziges Manko: das kurze Solo ist so gut, dass man gern mehr davon hören möchte.

Kaum hat man sich an eine Stimme gewöhnt und hofft, mehr davon zu hören, taucht auch schon der nächste im Bunde auf. Tony Harnell (Skid Row) hat mit seiner markanten Stimme den nächsten Song eingesungen und lässt uns auch hier kurz den Atem anhalten. Gesanglich einfach zu 100% überzeugend, vor allem die hohen Töne klingen einfach voll und rund und schmiegen sich einfach nur so um die Gitarrensounds herum. Hier merkt man sofort, dass das Lied auf diese eine Stimme perfekt zugeschnitten wurde. Never look away ist definitiv eins der Highlights des Albums.

Genauso stark geht es weiter: A Heart so cold lässt uns keine Zeit zum Verschnaufen. Harry Hess (Harem Scream) hat diesem Lied seine Stimme geliehen, dessen Gesang durch gedoppelte Vocals besonders hervorgehoben wird. Nun folgt die einzige weibliche Stimme auf dem gesamten Album: The Right Moment, gesungen von Rebecca De La Motte, fängt sehr ruhig an und entwickelt sich zu einer soliden Rock-Ballade. Verstecken muss sie sich ganz und gar nicht vor ihren männlichen Kollegen, dennoch ist das hier wohl eher einer der schwächeren Songs des Albums. Zwar schafft man es, eine schöne Atmospähre aufzubauen. dennoch fehlt dem Lied die gewisse Überzeugungskraft und das besondere Etwas. Man hat einfach das Gefühl, so etwas bereits schon einmal gehört zu haben.

Kingdom of Rock findet mit Walk this road alone letztlich sein Ende und wird zum krönenden Abschluss nochmal von Magnus Karlsson persönlich gesungen. Und auch hier überzeugt er gesanglich vollkommen und man fragt sich, warum man nicht schon mehr Gesang von dem Schweden zu Ohren bekommen hat. Hier zeigt man sich in der Songstruktur nochmal sehr kreativ und abwechslungsreich und lässt das Album mit einer guten Mid-Tempo-Nummer ausklingen.

Insgesamt ein gutes Album mit vielen sehr starken Nummern mit hervorragenden Sängern, aber dennoch hätte man sich zwischendurch ein wenig mehr Kreativität in der Songstruktur und ein wenig mehr Abwechslung gewünscht - das Potential dafür ist auf jedenfall vorhanden!

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