MANILLA ROAD - To Kill A King


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10


Tracklist:

  • To Kill A King
  • Conqueror
  • Never Again
  • The Arena
  • In The Wake
  • The Talisman
  • The Other Side
  • Castle Of The Devil
  • Ghost Warriors
  • Blood Island


VÖ: 30.06.2017

Label: ZYX Music/Golden Core

Man spricht ja gerne mal vorschnell von Legenden. Aber im Fall von Manilla Road trifft der Begriff sicherlich zu. Im Prinzip sind die Amis aus Wichita/Kansas nur noch die Band vom Leader, vom Hai, von Mark "The Shark" Shelton. Kein Ur-Mitglied der 1977 gegründeten Band ist sonst noch mit dabei, auch da teilweise mittlerweile verstorben. Manilla Road kann man getrost als "Erfinder" des Epic Metal bezeichnen. Historische Themen über Schlachten, Könige und Hierarchien waren immer Bestandteil des lyrischen Konzepts. So auch diesmal beim 17. (!!) Studioalbum "To Kill A King".

Und gleich vorweg, das Album kann natürlich nicht mit den alten Klassikern, "The Deluge", "Open the Gates" und vor allem "Crystal Logic" mithalten. Aber das konnten die vielen Vorgänger von "To Kill A King" auch nicht. Aber immer noch lebt die Musik von Manilla Road vom kauzigen, nasal knödeligen Gesang von Shelton. Allerdings holt sich Mark seit den 200er Jahren immer wieder gesangliche Unterstützung von Bryan "Hellroadie" Patrick, der in eine nahezu gleiche Kerb schlägt.  Für den Bass hat man diesmal Phil Ross verpflichtet und für's Trommeln ist einmal mehr Urviech Andreas "Neudi" Neuderth zuständig.

Das Album klingt nach analoger Aufnahmetechnik. Will heißen, das Album besitzt genau den selben Kauz-Faktor wie zu Frühzeiten. Aber das hat nichts mit musikalischem Stillstand zu tun, sondern das muß so bei Manilla Road. Alles andere würde man der Band auch nicht abnehmen.

Der Höhepunkt kommt gleich zu Beginn. Denn das Album wird mit dem über 10 Minuten langen Titelsong eröffnet. Der Song beweist auch gleich, warum man den Stil als Epic Metal bezeichnet. Schwere, düstere Riffs, pulsierendes Drumspiel, facettenreiches Melodiverständnis um die Geschichte gesponnen. Und alles angereichert mit dem typischen, meist tiefen Knödel-Gesang.

In Folge passiert in puncto Abwechslung nicht gerade mehr wirklich viel. Jeder der insgesamt 9 Songs passt ins selbe Schema. Wobei man sagen kann, das der Großteil des Liedgutes recht entspannt rüberkommt, ohne große metallische Ausbrüche. Von der Geschwindigkeit tendieren Manilla Road 2017 eher zum ausgelichenen Doom als zum reinen Heavy Metal. Neudi beackert sein Drumkit zielgerichtet, mit wenig Hang zum Power-Drumming.

Songs wie "Never Again", "The Talisman" oder "Ghost Warriors" passen gut zum Beuteschema von Mark Shelton und hätten genauso gut andere Alben der Band gepasst. Aufhorchen lässt zum Schuß nochmal "Blood Island", wo es Manilla Road fast schon "krachen" lassen. Alles in allem gibt es wenig Neues zu hören, aber dies erwartet wohl auch niemand bei dieser Truppe.

"To Kill A King" ist natürlich in erster Linie das Baby von Mark W. Shelton. Er hat wie immer die gesamte Musik und die Lyrics geschrieben, bei der Produktion und beim Mix mitgewirkt, nur das Artwork gemalt hat er nicht. Für die Illustrationen, die gut zum Thema und zu Manilla Road allgemein passen, wurden historische Gemälde gewählt, die den epischen Anspruch der Band unterstreichen. "To Kill A King" ist besser gelungen als beispielweise das zwiespältige "Playground Of The Damned", dürfte so in etwa auf der Linie der beiden Vorgänger liegen, die Klassiker bleiben unerreicht. Manilla Road sind nach wie vor eine Band für Fans. Die breite Masse wird's gleichgültig zur Kenntnis nehmen. Aber, das Vermächtnis von Mark Shelton ist nach wie vor lebendig.

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