MAUSOLEUM GATE - Mausoleum Gate

 

Das bisherige Schaffen der Finnen Mausoleum Gate hat anscheinend die richtigen Leute begeistert, konnte man sich doch glatt einen Slot im Billing des Keep it True Festivals 2015 angeln. Das Debut, selbstbetitelt, erscheint dieser Tage und man kann fast schon erahnen wohin die Reise geht.

Natürlich reine Musik in seiner old-schooligen Form, mit Querverweisen an die glorreichen End-Siebziger/Early-Achtziger Jahre. So findet man im Opener „Magic of the Gipsy Queen“ viele Begebenheiten der NWOBHM, flotte Iron Maiden -orientierte Gitarrenläufe und einen etwas weinerlichen, nasalen Gesang von Fronter V.-P. Vapula, der eine gewisse US Metal Affinität versprüht.

Deutlich in die 70er zurück geht’s danach mit „Demon Droid“. Hard Rockiges der Deep Purple, Uriah Heep Bewegung mit herrlich altbackenem Sound. Man vermutet mitnichten, daß dieser Song ein Produkt des Hier und Jetzt ist, sondern eher ein Überbleibsel der Phase, als es den Metal in seiner harten Art so noch nicht gab. Eher berauscht, denn in musikalischer Härte motiviert, lässt man alte Zeiten wieder aufleben, als Technik noch zweitrangig war und der pure Rock noch im Vordergrund stand.

Mit „Lost Beyond the Sun“ beginnt man etwas Sabbath lastig, bevor der Song mit balladesken Elegien und Mellotron in altproggige Gefielde abwandert. Das Ganze erinnert mich, nicht zuletzt durch den Gesang, an die italienischen Progster von Asgard.  Mit fast 9 Minuten ist der Song zudem recht lang, was eine gewisse Epik reinbringt und das nette Gitarrensolo weiß zudem zu überzeugen.

Musikalisch kann man dies durchaus als spannend bezeichnen, denn langweilig wird’s zumindest nie.

„Mercenaries of Steel“ wildert dann wieder in den frühen Achtzigern, als die ersten beiden Maiden Alben erschienen. Manche Instrumentalparts ähneln den Frühwerken frappierend. Aber auch Verbeugungen vor den jungen Priest und Saxon, als diese noch mehr im Hard Rock Bereich denn im Metal unterwegs waren, sind zu vernehmen. Furztrockener, auf den Punkt kommender Rocker, der mit ordentlich Hall unter den Vocals aufwartet.

Etwas an „The Eagle has Landed“ erinnert das Eröffnungs Riff von „There Must be Demons“. Wird dann aber gleich um Einiges flotter. Cirith Ungol werden in den Infos immer mal wieder genannt. Und Kauzigkeit kann man dem Song durchaus bescheinigen. Direkte Vergleiche zu Ungol würde ich aber nicht unterschreiben. Deren Werke waren dann doch zu einzigartig. Das melodische Gitarrensolo bringt zumindest nette Abwechlung. Und auch der hohe Scream zum Schluß kann punkten.

Dies alles mündet dann in die Attraktion des Albums. Den Elf-Minüter „Mausoleum Gate“. Es beginnt mit elegischen Vocals und Akkustikgitarre, rifft sich dann sabbathesk ein und wandert auf Epic Metal Pfaden der Manilla Road Klasse. Das Mellotron unterstreicht melancholischste Phasen, gewisse Traurigkeit trifft erhabene Schönheit. Ausufernde Instrumentalparts solieren in bester Purple Manier, gefolgt von Gänsehautmomenten ruhiger, mehrstimmiger Gesangsfolgen, wie sie renommierte Progbands nicht besser hinkriegen würden. Zum Schluß wird das Tor zum Mausoleum dann mit brachialer Epik geöffnet. Ein Prachtwerk, eine Referenz für Mausoleum Gate.

Mit ihrem Debut können Mausoleum Gate mit ernst gemeintem Old School Sound überzeugen. Es werden die besten Momente der 70er (Ende) und 80er (Anfang) aufgegriffen und in eigene Songs verpackt. Klar, daß hier die ein oder andere Legende immer wieder durchscheint. Aber es wirkt kompetent, ehrlich und mit viel Liebe zum Detail dargeboten. Man fühlt sich permanent in vergangene  Zeiten zurückversetzt und entdeckt vielleicht sogar längst Vergangenes neu.

Zudem hat man mit dem Abschlußsong ein wahres Epos erschaffen, welches jedem Epiker reinlaufen müßte, wie das Abendbier nach einem harten Arbeitstag. Große Kunst !!

Auch wenn nicht durchgehend alle Songs gleichbleibend glänzen können...ein tolles Old-School Album für die Altvorderen und solche, die sich dafür interessieren.

 

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