MEAN STREAK - Blind Faith


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10


Tracklist:

  • Blood Red Sky
  • Animal In Me
  • Retaliation Call
  • Settle The Score
  • Tear Down The Walls
  • Tears Of The Blind
  • Love Is A Killer
  • Come Undone
  • Fire At Will
  • Caught In The Crossfire
  • Gunnerside
  • Smile Of A Clown (Japan Bonus)


VÖ: 02.06.2017

Label:  Rock Of Angels Records

Mean Streak – woran denkt man, wenn man diesen Namen hört ? Klar, als Metal-Fan natürlich an das Klassikeralbum von Y & T von 1983. Oder eventuell an die ehemals höchste Holzachterbahn im  Staate Ohio. Hält man sich an Y & T liegt man aber gar nicht so verkehrt. Mean Streak, ein schwedischer Vierer, spielt nämlich u. a. Klassischen Metal, wie man ihn auch von Dave Meniketti und seinen Mannen kennt. Aber auch US orientierter Hard Rock und Sounds, wie man ihn von den Briten Def Leppard her kennt, sind Mean Streak nicht fremd.

Die Band gibt’s seit 2008, bisher hat man es auf drei Alben gebracht, und mit „Blind Faith“ schickt man nun den vierten Output ins Rock-Rennen. Mean Streak sind also mitnichten eine unerfahrene, neue Band und die Bandmitglieder können diverse Referenzen der Vergangenheit nachweisen. So spielte Bassist und Bandgründer Peter Andersson früher bei Axia, Gitarrist Thomas Johannson unter anderem bei Torchbearer und Drummer Jonas Källsbäck drischt die Felle auch bei den momentan angesagten The Night Flight Orchestra. Lediglich Sänger Andy LaGuerin scheint ein unbeschriebenes Blatt.

Dabei ist es aber gerade der Sänger, der die Essenz von Mean Streak ausmacht. Denn er besitzt ein kraftvolle Stimme, ohne wirklich zu shouten, aber dennoch rauh und aggressiv genug, um dem Typ vokalistischer Frauenschwarm zu umgehen. Interessanterweise zeichnet für den Mix Max Norman veranwortlich, der bekanntlich schon für Ozzy Osbourne, Armored Saint, Megadeth und....ja, tatsächlich....Y&T gearbeitet hat. Gute Voraussetzungen also für ein ansprechendes Album mit gutem Sound.

Und dem ist dann auch so. Vom Opener „Blood Red Sky“ bis zum Rausschmeißer „Gunnerside“ (für Japan gibt es noch „Smile Of A Clown“ als Bonus !) bieten Mean Streak gutklassigen (Melodic) Metal, Hard Rock und AOR an, der es durchaus mit den zumindest neueren Alben von Y&T oder Def Leppard aufnehmen kann. Auch Bon Jovi, als sie noch relevant waren, klingen ab und an durch. Guter Stoff also, der sowohl in kleinen Clubs, als auch in größeren Arenen funktionieren dürfte.  

Für mich persönlich ist „Love Is A Killer“ das Highlight des Albums, da der kreischige Refrain sofort ins Blut geht und der Song auch sonst sehr gut abgeht. Natürlich drosselt man auch hier und da das Tempo und gibt sich balladesk, aber vorwiegend regieren Mid-bis Uptempo-Nummern das Album. So kann sich der geneigte Hörer über 80er-lastige Songs freuen und mit „Settle The Score“,  „Caught In The Crossfire“ oder „Gunnerside“ sind genügend „Headbanger“ dabei, um auch mal die Faust zu recken.

„Blind Faith“ ist ein gutklassiges Hard Rock/Metal-Album, dem natürlich die großen Innovationen fehlen, aber welches auch durchaus aufgrund der genannten Reminiszenzen Spaß macht. Mehr davon bitte !!


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