MEGADETH - Dystopia










Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10

Tracklist:

  • The Threat Is Real
  • Dystopia
  • Fatal Illusion
  • Death From Within
  • Bullet To The Brain
  • Post-American World
  • Poisonous Shadows
  • Conquer...Or Die !
  • Lying In State
  • The Emperor
  • Foreign Policy (Fear Cover)


VÖ:  22.01.2016

Label:  Universal Music Group

Ich will jetzt gar nicht großartig auf Dave Mustaine's Marotten und vergangene Peinlichkeiten eingehen. Denn mit „Dystopia“ legen Megadeth wieder ein Album vor, daß sich sehen lassen kann. Einige sprechen sogar vom besten Album der Band seit „Rust in Peace“. Na ja...“Super Collider“ war nicht so toll, aber „Endgame“ war nun wirklich auch nicht schlecht.

Wie dem auch sei...Mega-Dave hat mal wieder am Personalkarussell gedreht und mit Angra-Gitarrero, Kio Loureiro, ein wahres Pfund an Land gezogen. Zudem sitzt jetzt mit Chris Adler von Lamb of God ein neues, heißes Eisen an der Schießbude. Am Bass finden wir nach wie vor David Ellefson. Wenigstens eine Konstante im Line Up.

Mit „Dystopia“ bringen die Amis also ihr 15. Studioalbum heraus und, wie gesagt, eines der besseren der späteren Bandphase. „The Threat Is Real“ kennen einige vielleicht schon als Single-u. Videoauskopplung. Nach etwas orientalischem Anfang ballert der Song äußerst lässig ins Gebälk und glänzt gleich mit mehreren Gitarrensoli. Auffallend gleich, das Dave wieder seine tollen angepissten Vocals auffährt. Er rechnet im Laufe des Albums mal wieder mit dem ein oder anderen Thema ab, so wie man ihn seit der Megadeth-Blütezeit her kennt.  

Der folgende Titelsong ist ungleich melodischer und eher im Midtempo gehalten, bevor „Fatal Illusion“ sehr thrashig und old schoolig die harte Schokoladenseite von Megadeth zeigt. Ein cooler Gitarrenpart hebt zudem die Aufmerksamkeit.

An die glorreiche „Countdown to Extinction“-Phase fühlt man sich am ehesten bei „Post-American World“ versetzt. Haupsächlich durch gewisse Ähnlichkeiten zu „Symphony of Destruction“ was das Riffing betrifft. Toll auch der Akkustik-Part und das dazugehörige Break, sowie das Frickel-Solo von Kiko.

„Poisenous Shadows“ bringt die orientalischen Spuren zurück, glänzt zudem mit sehr starken Drums. Ein eher schleppender Song mit Piano-Passage am Ende. Sehr atmosphärisch.

Es folgt ein reines Instrumental mit „Conquer...or Die !!“. Akkustik-Gitarre zu Beginn, folgendes Gitarrengefrickel und als Delikatesse ein Gong.

Gute Vorbereitung auf das folgende Thrash-Geballer „Lying in State“ mit hysterisch anmutenden Gitarren, diabolischen Schreien von Mustaine und ballernden Drums. Echtes Megadeth-Gewitter, wie man es wirklich von der großen Zeit her kennt.

Der Rest liegt irgendwo dazwischen. Souveräne und griffige Songs mit der nötigen Portion Hass und Angepisstheit. Erwähnenswert ist dann noch das abschließende Fear Cover „Foreign Policy“, das mit Schrägheit und Schnelligkeit überzeugt. Punkig harte Nummer mit abgefahrenem Flair.

Dave Mustaine hat eine prima Truppe um sich geschart, die genau das umsetzt, was der Mainman sich vorstellt. In dieser Form können Megadeth ohne Probleme mit den anderen Szenegrößen wie Slayer, Overkill, Exodus und...ja...Metallica mithalten. Die Songs sind hart, vergessen nie die Melodien und Hooklines und wirken wie aus einem Guß. Die Produktion knallt sehr gut, somit haben wir es durchaus mit einem Highlight in der Discography von Megadeth zu tun. Zumindest was die 2000er Jahre betrifft.

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