MELTED SPACE - The Great Lie

Melted Space aus Frankreich wurde 2008 vom klassisch ausgebildeten Komponisten und Metal-Musiker Pierre Le Pape ins Leben gerufen. Nach dem Symphonic Metal Album “There’s A Place” (2009) und der Metal Oper “From The Past” (2012) holte der Musiker jetzt zum dritten Schlag aus. “The Great Lie” ist eine Rockoper mit Star-Besetzung - Mikael Stanne (Dark Tranqillity), Arjen Lucassen (Ayreon), Ailyn Gimenéz (Sirenia), Kobi Fahri (Orphaned Land), Mariangela Demurtas (Tristania), Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis) oder auch Virginie Goncalves (Kells) um nur einige zu nennen. Für Symphonic und Bombast sorgt das Prager philharmonische Orchester.  

Mit “Listen To The Song Of Despair” erfolgt der Einstieg bin's Album, orchestrale Klänge zu Beginn, dazu dann Schlagzeug und Gesang. Kurz darauf setzt der Double Bass ein, schöner Wechsel zwischen männlichen und weiblichen Clear Vocals. Nahtlos erfolgt der Übergang zu “Called By The Queen” mit einer epischen Einleitung. Die Gitarren riffen locker vor sich hin, das Schlagzeug gibt den Rhythmus vor. “No Need To Fear” beginnt mit einer Glockenspiel-Melodie, kurz darauf setzen die Streicher einer, Kesselpauken leiten dann zum rockigen Teil über. Ein etwas ruhigerer Song mit wunderschönen Gesangspassagen. In der zweiten Hälfte werden Growls mit Gitarrenriffs unterlegt und der Double Bass sorgt vorrübergehend für eine härtere Gangart. Bei “Terrible Fight” wird dann so richtig losgerockt, mit Speed Metal artigem Schlagzeugspiel. Dazu passen auch die Growls. Aber es wäre keine Metal-Oper, wenn den Growsl nicht melodischer Gesang gegenübergestellt würde.  

Am Anfang von “A God Is Dead” sind Piano-Klänge zu hören. Ruhiger Gesang setzt ein, zum Teil von Streichern begleitet. Eine Ballade zum Träumen. Mit “Trust & Betrayal” wird es wieder rockiger, cleane Gitarren und Double Bass Gewitter sorgen für ordentlich Druck aus den Lautsprecherboxen. Neben Klargesang sind auch wieder Growls zu hören. Der Refrain ist eingängig und sehr melodisch. “Glass Castle's Beast” ist wieder ein ruhiger Song mit Wechsel von Klargesang und Growls. Das Drumming ist druckvoll, die Riffs werden gezielt gesetzt.

“Hopeless Crime” startet mit bombastischen Chorussen, der Double Bass treibt voran, dem melodischen Gesang werden Growls gegenübergestellt. Gegen Ende gibt es herausragenden Gitarren-Part. Bei “The One Who Lost The Faith” hört man zu Beginn eine von Streichern unterlegte Erzählstimme, dann setzt eine cleane Gitarre ein, Synthesizer-Klänge kommen dazu. Ein proggig angehauchter Song mit diversen Rhythmus- und Melodie-Wechseln, der an ein Rezitativ der großen italienischen Opern erinnert. Mein Lieblingssong auf dem Album ist jedoch “Titania”, ein sehr melodischer und eingängiger Song, der geprägt ist vom wechselnden männlichen und weiblichen Clear Vocals. Dazu wie beiläufig eingeworfen hervorragende Gitarrenriffs. Double Bass und Growls sorgen dafür, dass der Song nicht ins Kitschige abgleitet. Der letzte Song das Albums - “Lost Souls From The Other Side” - ist noch einmal Double Bass getrieben, das Wechselspiel zwischen Growls und Klargesang prägen auch diesen Song, die orchestrale Untermalung sorgt für jede Menge Epik. Ein grandioser Abschluss dieses Albums.

Mit seinem dritten Album hat Pierre Le Pape die Messlatte für andere Opern-Metal-Projekte sehr hoch gelegt. Avantasia, Ayreon oder auch Avalon müssen sich da warm anziehen. Das ist Metal-Oper vom Feinsten. Grandiose Kompositionen, jede Menge Bombast, ohne jedoch kitschig zu wirken und hochkarätige Musiker, das alles bürgt für eine hohe Qualität. Und der Einsatz des Orchesters ist stets songdienlich. Ich konnte Melted Space in den letzten Wochen zweimal live erleben, als Opener für Leaves’ Eyes in Hamburg und beim Autumn Festival in Hameln. Ich kann nur sagen, auch die Live-Umsetzung ist hervorragend.


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