MERKABAH - Ubiquity

 

Es gibt Alben die sind hervorragend und es gibt Alben, die sind überragend. Letzteres gilt für das dritte Album der Kanadier Merkabah. „Ubiquity“ gehört für mich zu den besten 10 Alben, die ich je gehört habe.

Schon der Opener „Mythomania“, eingeleitet mit Klavier und Streichern, hat alles, was ein exzellenter Song braucht: langsamer Spannungsaufbau, groovendes Bass- und Schlagzeugspiel, grandiose Riffs und mit Jacinthe Poulin eine Sängerin, die über enormes Potenzial und eine ausdrucksstarke Stimme verfügt. Untermalt wird der Song noch mit Klassikarrangements, wodurch er sehr an Tiefe gewinnt.

Mit „Divine sparks“ wird der Bombast etwas zur Seite gelegt und stattdessen geradlinig drauflos gerockt. Vor allem das druckvolle Spiel von Drummer Nicolas Bilodeau treibt den Song nach vorne und die Gitarristen Raynald Brochu und Francoise Vacon reihen ein Mörderriff ans nächste.

Gemäßigter geht es mit der Halbabllade „Red letter Days“ weiter. Unwiderstehliche Melodien und die grandiose Stimme von Jacinthe tragen den Song, der in der zweiten Hälfte deutlich an Härte zunimmt.

Ein einprägsames Gitarrenriff leitet „Circles of Despair“ hervorragend ein und lässt sogar Tanzmuffel (wie mich) darüber nachdenken, nicht doch das Tanzbein zu schwingen. Doch letztlich wird doch nur die Luftgitarre rausgeholt und mitgerifft.

Untermalt mit Flötenklängen und balladesker erster Strophe warten die „Brothers from the seed of Cain“ auf, bevor sie wieder richtig loslegen und den Song zu einer richtigen Rockhymne machen.

„Deadly Prophets of the Printed Page“ hingegen gibt von der ersten Sekunde an Vollgas und die Musiker treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Eine derartige Hitdichte findet man heutzutage nur noch ganz selten.

Bevor es mit dem Titelsong richtig episch wird, schlagen Merkabah mit “Agartha” zunächst sanftere Töne an. Melancholisches, gefühlvolles Gitarrenspiel gepaart mit ausdrucksstarkem Gesang bis nach der Hälfte des Songs die Zügel wieder angezogen werden.

Ein zwölfminütiges Instrumental als Rausschmeißer hört man auch nicht alle Tage, doch gerade das macht dieses Album so einzigartig. Dank mehrerer Rhythmuswechsel bleibt „Ubiquity“ auch trotz der Länge interessant.

Insgesamt haben Merkabah ein grandioses drittes Album veröffentlicht, das Lust auf weitere Alben der Band macht.

 

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