MOB RULES - Tales From Beyond









Autor:  Scott Bivins

Bewertung:  8 / 10

Tracklist:

  • Dykemaster's Tale
  • Somerled
  • Signs
  • On The Edge
  • My Kingdom Come
  • The Healer
  • Dust Of Vengeance
  • A Tale From Beyond - Part 1: Through the Eye of the Storm
  • A Tale From Beyond - Part 2: A Mirror Inside
  • A Tale From Beyond - Part 3: Science Save Me !


VÖ:  18.03.2016

Label:  AFM Records

Die legendäre deutsche Power Metal Band Mob Rules ist zurück mit ihrer neuesten Offenbarung „Tales From Beyond“. Die Band startet mit einem sehr ambitionierten und beachtenswerten Track namens „Dykemaster's Tale“, was gleichzeitig eine epische 9-Minuten-Eröffnung darstellt. Eigentlich ein hohes Risiko, aber auch hoch anzurechnen. Sollte solch ein Song nicht zünden, ist die Gefahr groß, daß der Hörer nicht gewillt ist, weiterzulauschen. Auf der anderen Seite...wenn der Song den Hörer überzeugt, ist er sicherlich gelockt.  

Das Risiko macht sich hier bezahlt, denn der irisch-beinflusste Song ist ein wahrer Smasher. Er ist toll komponiert, harmonisch und gut gespielt. Genauso wie viele Tempowechsel, ein Muß um bei Longtracks den Hörer bei Laune zu halten. Je länger der Song andauert, desto öfter hört man Maiden-Einflüsse heraus. Aber nicht als Abklatsch, sondern eher als Huldigung an diese Metal Größen.

„Somerled“ führt die Metal Parade fort, diesmal mit einem eher schottisch beeinflussten Intro, unterstützt von tollen Dudelsack-Klängen, die gegen einen plüsterischen Sound von kaltem Wind im Hintergrund ankämpfen. Ein Tribal Drumbeat folgt auf die Bagpipes und dann kommt alles plötzlich in Fahrt mit Drums und Gitarren. Ein wirklich tolles Intro ! Ab da liefert die Band erneut einen phänomänalen Job ab, mit Tempi-Wechsel und man begrüßt sogar in der Mitte die Tribal Drums und Dudelsäcke für kurze Zeit erneut. Die Vocals von Klaus Dierks sind nahezu perfekt dazu und leuchten im Chorus richtig auf.

Der dritte Song, „Signs“, könnte leicht als verlorener Savatage Track missverstanden werden, da die Harmonien durchaus darauf abzielen. Das keyboardgesteuerte Intro von Jan Christian Halfbrodt erinnert sehr an die Arbeiten eines Jon Oliva in den frühen bis mittleren 90ern und sogar die Gitarrenarbeit zieht seine Einflüsse schwer aus den Vorzügen eines Chris Caffery, Al Pitrelli oder Alex Skolnick während dieser Zeit. Ein klasse Song und höchstwahrscheinlich mein Favorit auf dem Album.

Nach diesen ersten drei Tracks erwartete ich eigentlich einen qualitativen Rückschritt, da ich diese als sehr gut bis großartig bezeichne. „On The Edge“ tritt auf als die Single, an welcher man sich an das Album erinnern wird und wird eine Konzerthymne der nächsten Jahre werden. Gutes Tempo, guter Rhythmus und leicht mitzusingen. Und...es ist qualitativ hochwertig.

Die Iron Maiden Einflüsse gibt es erneut bei „My Kingdom Come“ zu hören, in den Versen und teilweise beim Gesang. Wie auch immer, der Chorus geht andere Wege und fügt stilistisch eigene Elemente hinzu. Obwohl der Song durchaus zu gefallen weiß, ist er doch ein leichter Abfall bezüglich der Qualität. Aber wer könnte schon eine solche Qualität, wie bei den ersten vier Songs halten ?

„The Healer“ besitzt unwiederstehliche Keyboard-u. Gitarrenthemen, wieder etwas zurückschauend auf die glorreichen Tage von frühen ProgMetal Bands wie Savatage. Andererseits ist es eher ein durchschnittlicher Song, der wahrscheinlich nicht viel Zeit in den Playlists der Metalheads verbringen wird.  

Unglücklicherweise ist auch der nächste Song, „Dust Of Vengeance“ eher durchschnittlicher Natur. Nicht schlecht, aber sicher nicht mit Erinnerungspotential.  

Jetzt folgt der Titelsong, unterteilt in drei individuelle Sektionen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich das Gefühl, daß dieser Song das Album zum Make or Break machen könnte. Die Eröffnung „Part 1: Through the Eye of the Storm“, baut die Trilogie mit einem gitarrengeladen Midtempo-Track auf und mit einem Chorus, der die melodischen Fähigkeiten von Mob Rules im Progressive Rock Genre aufzeigt (man denke an Yes, Kansas etc.). „Part 2:  A Mirror Inside“ fährt die Geschwindigkeit  

für echte Selbstkontrolle zurück mit innerem Monolog. Mob Rules haben ohne Zweifel das Verständnis, welche Power eine Ballade haben kann, und packen es hier richtig an. Dies führt zum finalen Stück, „Part 3: Science Save Me !“, welches gut ist, wobei ich mir zum Ende hin mehr Epik gewünscht hätte. Es fällt beinahe etwas zu flach aus, um eine solches Album zu beenden.

Trotzdem ist „Tales From Beyond“ ein sehr gutes Album und sollte in keiner Power- oder ProgMetal Kollektion fehlen. 

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