MOTÖRHEAD - Bad Magic

Ein neues Album von Motörhead steht zur Besprechung an. Motörhead haben sich 1975 gegründet und mit inzwischen Album Nr. 22 „Bad Magic“ bietet man genau das, was man erwartet.

Keine Überraschungen halt. Oder vielleicht doch?

Wer jetzt erwartet hätte, dass Motörhead etwas vom Tempo runter gehen und aufgrund von Lemmys Erkrankungen, Alter und dem nicht gerade gesunden Lebensstiel ein eher ruhiges Album aufnehmen würden, hat sich gründlich getäuscht. Insgesamt 13 Songs umfasst das neue Album, wovon der letzte Track „Sympathy For The Devil“ allerdings ein Cover von Rolling Stones ist. Da Cover ja immer so eine Sache für sich sind, gehe ich darauf nicht weiter ein. Erfahrungsgemäß machen Bands solche Sachen zum eigenen Spaß.

Kraftvoll los geht es mit „Victory Or Die“. Klare Ansage und so ist auch der Song! Eine typische schnelle Nummer von Motörhead, die sicherlich auch live viel Spaß macht. Auch beim zweiten Lied „Thunder & Lightning“ wird nicht vom Gaspedal gegangen. Erst mit dem dritten Song „Fire Storm Hotel“ wird es etwas ruhiger und geboten wird rotziger Rock 'n' Roll mit einem sehr einprägsamen Riff. So viel zum Anfang von „Bad Magic“. Auch die restlichen Lieder wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. „Electricity“ (Nummer 6) zum Beispiel zeigt erneut dem Hörer wo der Hammer hängt. Ein kurzer, aber knackig auf dem Punkt gebrachter und leicht punkig angehauchter Titel. Bevor man weiß was eigentlich los ist, ist das Lied auch schon zu ende, aber der Titel bleibt definitiv hängen. Mit Nummer 9 „Till The End“ hingegen kommt schließlich die unvermeidbare Ballade, beziehungsweise diesmal eher eine Halbballade. Hier beweist Lemmy erneut, dass er trotz seiner rauhen und rotzigen Stimme durchaus auch gefühlsbetont singen kann. Dieses Lied lädt zum mehrfachen hören ein und man kann regelrecht die Augen zu machen um einzutauchen.  

Nun ja, bei jeder neuen Veröffentlichung von Motörhead stellt sich stets die gleiche Frage: Hat man es lediglich mit einem guten oder sogar mit einem sehr guten Album zu tun? Ansichten dazu sind ja durchaus unterschiedlich, aber nach dem meiner Meinung nach letzten, sehr guten Album „Inferno“ (2004) und den nachfolgenden eher „nur“ guten Veröffentlichungen ist Motörhead mit „Bad Magic“ diesmal wieder etwas sehr gutes gelungen. Zumindest nach mehrfachem Hören bin ich persönlich zu der Einschätzung gekommen. Die Gesangsleistung von Lemmy ist absolut nicht verbraucht wie man es eventuell hätte befürchten können und ebenfalls lobenswert ist die Gitarrenarbeit von Philip Campbell und das gewohnt solide Schlagzeugspiel von Mikkey Dee.

Alles im allem macht diese Platte großen Spaß! Einen echten Klassiker braucht diese Gruppe nicht mehr aufnehmen, das haben sie hinter sich. Wenn es wie in diesem Fall einfach „nur“ ein wirklich tolles Album ist, reicht es völlig aus und wer weiß wie viele es in Zukunft überhaupt noch geben wird.


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