MY SLEEPING KARMA - Moksha

In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichten die Jungs von MY SLEEPING KARMA seit 2006 alle zwei Jahre ein neues Album. Okay, bis zum jetzt vorliegenden fünften Langdreher sind nun drei Jahre vergangen, doch das warten hat sich gelohnt.

"Moksha", so ist der neueste Output der Psychedelic Groove Rocker aus der Heimat des Monkey Castle, Aschaffenburg, betitelt. Moksha ist ein Begriff aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet in den dortigen Religionen wie Buddhismus oder Hinduismus soviel wie Erlösung oder auch Erleuchtung und gilt nach Artha (Wohlstand), Dharma (Ordnung, Gesetz) und Kama (Lust, Leidenschaft) als viertes und letztes Lebensziel jener Kulturen.

Nun verweist die Band darauf, selbst keine Anhänger einer jener Religionen zu sein, dennoch wählt man seit dem zweiten Album Begriffe daraus als Album- und auch Songtitel.

Das besondere Merkmal an der Musik von My Sleeping Karma ist, daß sie instrumental dargeboten wird. Dennoch gelingt es dem Quartett seine Alben so zu konzipieren, daß keine Langeweile aufkommt. Im Gegenteil, man versteht es bestens, den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Die meist überlangen Stücke (auch auf Moksha bewegt man sich, von den rund zweiminütigen Interludes abgesehen, stets im Bereich zwischen knapp sechs und gut neuneinhalb Minuten) verfolgen meist zwei, drei Themen und zeigen sich eher zurückhaltend. Dies bedeutet nun aber nicht, daß sie nicht auch Fahrt aufnehmen würden oder im schlimmsten Fall nur seicht vor sich hinplätscherten.

Daß My Sleeping Karma IRON MAIDEN zu ihren wichtigsten Einflüssen zählen, mag auf den ersten Blick verwundern. Taucht man jedoch unter die Oberfläche der Karma'schen Klangwelten entdeckt man erst das ganze Ausmaß des musikalischen Kosmos dieser in ihrer Art einzigartigen Formation. Groovige Riffs, hypnotische Keyboardteppiche und fordernde Beats vereinen sich zu einem farbenfrohen Kaleidoskop voller spannender Impressionen.

"Moksha" besteht aus sechs Stücken, die jeweils eine eigene Identität besitzen, zusammengenommen aber ein strahlendes Ganzes ergeben. Die fünf Zwischenspiele entpuppen sich als geschickte Verbindungsstücke zwischen den Themen und erfüllen somit ihren Zweck.

Die Musik von My Sleeping Karma passt zu vielen Gelegenheiten, am besten aber kommt sie wohl live rüber. Wer also die Chance hat Matte, Seppi, Steffen und Norman mal on stage zu sehen, sollte sich diese nicht entgehen lassen. Das Material der neuen Platte ist jedenfalls für die Bühne wie geschaffen. Mein Favorit auf "Moksha" ist übrigens das abschließende "Agni". Einfach klasse, was da so abgeht.


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