NEED - Hegaiamas : A Song For Freedom


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6 / 10


Tracklist:

  • Rememory
  • Alltribe
  • Therianthrope
  • Riverthane
  • Tilikum
  • I.O.T.A.
  • Hegaiamas


VÖ:  17.01.2017

Label:  Eigenregie

Bei der Formation Need handelt es sich um eine griechische Progmetal Band, die bereits seit 2004 existiert und bis dato drei Alben herausgebracht hat. Beeindruckend ist, daß die Band schon mit vielen namhaften Bands getourt ist (Jon Oliva's Pain, Symphony X, Candlemass) und auch auf größeren Festivals auftreten durfte (Sonisphere, ProgPower USA).

„Hegaiamas: A Song For Freedom“ bedeutet nun logischerweise Album Nummer vier und könnte quasi auch inhaltlich ein Nachfolger des Vorgängers „Orvam: A Song From Home“ sein. Ob dem so ist, weiß ich nicht und auch das Infoblatt des Albums liefert keinerlei Details über die Geschichte des lyrischen Inhalts. Mich beschleicht aber das Gefühl, daß es sich bei „Hegaiamas...“ um eine Konzeptstory handeln könnte, denn zwischendurch geht man einige Male erzählerisch zu Werke.

Musikalisch bieten Need typisches ProgMetal Futter in der Schnittmenge von reinrassigen Bands wie Dream Theater oder Fates Warning und neueren Progquerschnitten a 'la Mastodon, Tool oder Porcupine Tree. Sänger Jon V.'s Stimme klingt so typisch nach ProgMetal, wie man es erwarten konnte. Meist klar, gefühlsbetont und ohne großartige Ecken und Kanten. In manchen Phasen erinnert er tatsächlich an Ray Alder von Fates Warning, erreicht dessen Klasse aber bei weitem nicht.

Die Musik gibt sich betont abwechslungsreich, zwischen härteren Passagen und melodischen Harmonien erhält man die gesamte Bandbreite der progressiven Metalart und vertrackte und disharmonische Parts dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Allerdings bleiben die Songs, angefangen beim Opener „Rememory“ nicht nachhaltig im Ohr hängen. Dafür fehlen einfach die grandiosen Melodien, die einen Niederknien lassen und für mich beispielsweise die Quintessenz progessiven Schaffens darstellen. Immer wieder werden schnellere Abläufe ausgebremst und in zärtlicher Weise umarmt, dennoch wirkt das Ganze zwar gut gespielt, aber nicht zwingen stimmig.

So plätschert das Album über gute, meist 6-8 minütige Songs wie „Alltribe“, „Therianthrope“ und „Tilikum“ dahin, ohne daß man den großartigen Höhepunkt findet. Alles scheint auf den letzten Song „Hegaiamas“ hin zu arbeiten, der mit 21 Minuten den Rahmen definitiv sprengt. Das Herz des Albums sozusagen, eingeleitet von einem durch Piano begleiteten Dialog von Mann und Frau („I.O.T.A.“), in dem ihre Träume geschildert werden, eine Welt voller Freiheit zu finden, oder so ähnlich. Fakt ist, daß auch der Mammut-Titelsong keine Übermacht darstellt, sondern eher das bisher gehörte in langgezogene Passagen wiederspiegelt.  

Wie gesagt, gut gespielt ist das Ganze, bemüht eine eindringliche Geschichte zu erzählen und musikalisch umzusetzen auch, aber es fehlt irgendwie das...ja....Salz in der griechischen Suppe. ProgMetal Fans können sicherlich mal ihre Ohren riskieren, das Album tut ja nicht weh. Eine Sensation sollte man aber nicht erwarten. Eher durchschnittliche ProgMetal Kost.

Ob man Need wirklich braucht, sollte jeder selbst entscheiden. Die Band muß sich ihre Relevanz trotz hervorragender Referenzen im Bereich Touring und Producing noch weiterhin erarbeiten.  

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